So werden Spitzenerträge beim Maisanbau erzielt

Eine Mischkultur von Mais und Bohnen ist eine Möglichkeit, um insbesondere auf kleinen Flächen hohe Erträge zu erzielen

Der organische Dünger wird mit simpler Technik vor Ort hergestellt

Da in den Entwicklungsländern die Felder oftmals nur über Trampelpfade erreichbar sind beschränkt sich die Mechanisierung auf tragbare Maschinen und Geräte

Beim Maisanbau erzielen Kleinbauern in der Regel nur 1-3 Tonnen pro Hektar (t/ha) Körnermais, bei den Großfarmen sind es hingegen 9-12 t/ha. Diese enormen Unterschiede haben ihren Hauptgrund im Kapitalmangel der Kleinbauern. Es fehlt am Startkapital und deshalb wird billiges Saatgut und viel zuwenig Dünger eingesetzt sowie die Unkrautbekämpfung vernachlässigt.

Um Spitzenerträge zu erzielen ist pro Hektar ein Betrag von ca. 400 EURO erforderlich. Bei durchschnittlichen Ankaufspreisen von 200 EURO/Tonne wird die Gewinnzone also bereits bei 2 t/ha erreicht. Bei 10 t/ha bleibt ein Nettoverdienst von ca. 1.600 EURO in nur 4 Monaten. Das ist viel Geld für einen kleinen Farmer.

Neben der Kapitalhilfe erhalten die Kleinbauern von uns auch technische Unterstützung durch Experten der örtlichen Agrarbehörde. Das ist extrem wichtig weil neuartige Pflanzmethoden angewendet werden.

So wird z.B. organischer Dünger mit Kunstdünger kombiniert. Das hat eine Art Booster-Wirkung. Bei der herkömmlichen Methode verwenden die Kleinbauern nur ca. 300 KG Kunstdünger und ernten damit im Schnitt 2 t/ha. Pro Tonne Mais sind das also 150 KG Dünger. Die neue Technik erfordert ca. 500 KG Kunstdünger und 100 KG organischen Dünger. Dieser wird von Kleinbetrieben im Ort hergestellt. Bei 10 t/ha Ernte sind das demnach nur noch 50 KG Kunstdünger pro Tonne Mais!

Der organische Dünger besteht aus Holzkohle und Asche (Abfallprodukt der örtlichen Bäckereien die ihre Öfen mit Reisspelzen befeuern) sowie Hühnerdung. Dieser Dünger neutralisiert zudem noch saure Böden und unterdrückt diverse Bodenschädlinge. Das Holzkohlepulver bleibt für Jahrtausende im Boden und stellt damit eine echte CO2-Senke dar. Pro Hektar und Jahr wird der Atmosphäre etwa 1 Tonne CO2 entzogen. Hinzu kommt dass die Holzkohle die Methan-Ausgasung des Bodens drastisch reduziert.

Ein wichtiger Punkt ist das Saatgut. Wir verwenden ausschließlich Hochleistungs-Hybrid. Das ist die Grundvoraussetzung für Spitzenerträge. Auf den Philippinen wird auch genmanipuliertes Saatgut (GVO) verwendet. Das ist aber für uns ein absolutes Tabu da niemand gefährliche Langzeitschäden ausschließen kann.

Zwar kann man Mais auch biologisch anbauen, aber das ist für uns keine Option. Die Erträge sind viel zu niedrig und die Lohnkosten zu hoch. Das ist fast immer ein Verlustgeschäft und gefährdet auch noch die Nahrungsmittelversorgung.

Unsachgemäße Unkrautbekämpfung ist eine weitere Ursache für niedrige Erträge. Es gibt 2 Methoden: Chemische Keule oder manuelle Entfernung, z.B. durch hacken. Wir favorisieren die Handarbeit. Das verursacht zwar höhere Lohnkosten, spart aber Geld für teure Herbizide die zudem noch bei Dauereinsatz zu schweren Schäden bei den Bodenorganismen führen und langfristig die Fruchtbarkeit senken. Weiterhin werden die Farmarbeiter vor gesundheitlichen Schäden durch die Herbezide geschützt.

Ein weiterer Grund für die technische Betreuung ist die rechtzeitige Erkennung von Schädlingsbefall. Nur so lassen sich entsprechende Ernteschäden minimieren. Hier arbeiten wir sowohl mit chemischen als auch biologischen Pestiziden.

Theoretisch kann man Mais rund ums Jahr anpflanzen, also 3 Ernten. Das ist allerdings nicht sinnvoll weil dadurch schwere Verluste durch Taifune, Überschwemmungen oder Dürren entstehen können und zudem der Boden ausgelaugt wird.

Die sichere Mais-Saison ist von Dezember bis April. In der übrigen Zeit kann man z.B. Mungo-Bohnen (Trockenzeit) oder Taro (Regen/Taifunsaison) anbauen. Diese sog. Fruchtfolge bedeutet 3 sichere Ernten im Jahr und vermeidet Bodenerosion.

Eine weitere Methode, wegen des hohen Arbeitsaufwands eher für kleine Felder geeignet, ist eine Mischkultur von Mais, Bohnen und Squash. Die Bohnen ranken an den Maispflanzen und versorgen den Boden mit Stickstoff, während der Squash den Boden beschattet und damit den Unkrautwuchs reduziert und die Wasserspeicherung erhöht.

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Jochen Binikowski - Projektinitiator