So funktioniert das Projekt für die begünstigten Kleinbauern

Viele der begünstigten Kleinbauern leben auf ihrer Farm in primitiven Bambushütten.

Immer wenn etwas Geld reinkommt wird die Hütte nach und nach mit Mauersteinen taifunfest gemacht.

Irgendwann reicht es dann für Strom und den kleinen "Luxus" wie TV und Kühlschrank. Im Gegensatz zu den Großfamilien vor 20-30 Jahren sind heute 2-4 Kinder die Regel.

Das gesamte Konzept ist von Anfang an in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Agrarbeamten und den Kleinbauern entwickelt worden. Auf diese Weise konnte jeder Punkt perfekt den Verhältnissen angepasst werden.

Um diese Farmer dauerhaft aus der Schuldenfalle zu befreien müssen sie in die Lage versetzt werden, mit ein bis zwei von uns geförderten Ernteperioden das dazu benötigte Geld zu erwirtschaften. Das geht nur wenn die Ernteerträge massiv erhöht, die anteiligen Produktionskosten gesenkt und die Verkaufspreise angehoben werden.

Die Kleinbauern leben von der Hand in den Mund und haben kein Kapital für vernünftiges Saatgut, ausreichenden Dünger usw. Die Nettoerträge liegen normalerweise bei ca. 150 bis 300 EURO pro Hektar und Ernte. Ein Landarbeiter verdient ca. 2 EURO am Tag.  Zuwenig zum leben, zuviel zum sterben.

Um die Erntemengen zu vervielfachen, Nachernteverluste zu verringern und höhere Preise zu erzielen ist eine zusätzliche Investition von etwa 400 EURO pro Hektar notwendig. Dieser Betrag wird von uns durch Sach- und Geldleistungen vorfinanziert. Dies geschieht zinslos. Die örtlichen Kredithaie verlangen bis zu 10% Zinsen, und zwar pro Monat!

Das ist viel Geld für einen kleinen Farmer und es ist daher extrem wichtig, Mißbrauch auszuschließen.  Wir haben eine Reihe von Maßnahmen entwickelt, um dieses Problem zu minimieren. Erster Punkt ist die Erfüllung folgender Voraussetzungen:

  • Eigener Landbesitz maximal 2 Hektar.
  • Oder Pächter von maximal 2 Hektar
  • Keine Verwandschaft zu Politikern und hohen Beamten
  • Keine anderen größeren Familieneinkommen
  • Hat seine Felder immer so gut es ging bestellt

Das Projekt ist derzeit auf nur einen einzigen Gemeindebezirk begrenzt. Da kennt jeder jeden. Die Kleinbauern werden vom Bezirksbürgermeister und den Agrarbeamten ausgewählt und zu einem Einführungsseminar eingeladen. Dort wird ihnen auch erklärt, dass bei Mißbrauch das Projekt in einen anderen Bezirk verlegt wird und alle Nachbarn die auf der Warteliste stehen leer ausgehen. Dadurch wird eine Art Gruppen-Druck erzeugt.

Die größten Kostenfaktoren sind das Saatgut und vor allem der Dünger. Dieses Material wird von uns eingekauft und gelagert. Wenn ein Teilnehmer mit der Landvorbereitung fertig ist wird das vom Beamten kontrolliert und das Saatgut sowie der Grunddünger werden gegen Quittung übergeben. Dazu gibt es noch einen Bargeldbetrag um die Arbeiter für die Pflanzung und Unkrautbekämpfung zu bezahlen. Einige Wochen später muß nochmals gedüngt werden, auch hier erfolgt die Hilfe durch Sachleistung nach vorheriger Kontrolle. Die Berechnung der Sachleistung erfolgt zu ortsüblichen Preisen. 

Kurz vor der Ernte überprüft der Beamte die Pflanzung und schätzt den Ertrag ab. Der Farmer muß dann die Ernte bei uns abliefern und bekommt von uns zum ortsüblichen Ankaufspreis die Differenz zu den von uns erhaltenen Leistungen bar ausgezahlt.  Diese Preise können stark schwanken. Deshalb garantieren wir den Teilnehmern einen Mindestpreis.

Wenn der Ertrag ohne Verschulden des Kleinbauers extrem niedrig ist, also z.B. durch Taifun- oder Dürreschäden, entfällt die Rückzahlung unserer Leistungen ganz oder teilweise und wir finanzieren eine zweite Pflanzung. Das erspart den Farmern hohe Kosten für eine Ernteversicherung.

Noch Fragen offen oder konstruktive Kritik üben? Schicken Sie mir einfach eine Email

Jochen Binikowski - Projektinitiator