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Patent auf Indio-Technik

Wer meint, dass nur Konzerne wie Monsanto, Bayer, Syngenta & Co. versuchen, die Kleinbauern in der Dritten Welt auszuplündern, der irrt. So ein armer Farmer hat zwar nicht viel Geld in der Tasche, aber das könnte sich evtl. ändern. Das Zauberwort heißt Emissionshandel.

Die einzige erprobte und vor allem sichere Methode, der Atmosphäre dauerhaft CO2 zu entziehen, nennt sich Terra Preta. Schon vor über 2.000 Jahren haben die Amazonas-Indios ein Gemisch aus Holzkohlepulver, Asche, Kompost und Fäkalien in die Erde eingearbeitet. Diese Böden sind bis heute extrem fruchtbar und Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen. Bei diesen schwarzen Böden wird nicht nur jede Menge Kunstdünger gespart, sondern die Holzkohle bleibt für Jahrtausende im Boden gebunden. Eine perfekte CO2 Senke.

Merkwürdigerweise ist diese Technik im Kyoto-Protokoll aber ausdrücklich vom Emissionshandel ausgeschlossen. Nur die Großabsahner wie Al Gore, Rothschild & Co. wissen warum. Vermutlich weil denen der Gedanke, dass Dritte Welt Kleinbauern etwas von dem Subventionskuchen abbekommen könnten, den Schlaf raubt. Die wollen nämlich alles für sich alleine haben um es zu verprassen. Al Gore hat vor einigen Monaten seine vierte Luxusvilla in Kalifornien gekauft.

Dummerweise (für Al Gore und seine Wall Street Mafia-Kumpels) soll im Kyoto-Nachfolgeprotokoll Terra Preta aufgenommen werden. Da in vielen Entwicklungsländern die Kleinbauern immer noch oder schon wieder diese Technik anwenden, steht dort ein milliardenschwerer Geldregen ins Haus.

Selbstlose Menschenfreunde gibt es nicht nur in den USA und den Konzernzentralen. Der beste Beweis ist Joachim Böttcher aus Deutschland. Der will offenbar Al Gore nacheifern und als Weltklimaretter Milliarden verdienen. Anders kann ich mir jedenfalls nicht erklären, warum er Terra Preta zum Patent angemeldet hat und, nach Auskunft eines befreundeten Wissenschaftlers, bereits eifrig Abmahnungen verschickt:

Böttcher’s Firmen-Homepage

Besonders interessant finde ich die Frage, warum er keine Kosten und Mühe gescheut hat und dieses Patent auch in allen möglichen Entwicklungsländern angemeldet hat. Vermutlich profitiert am Ende nur sein Patentanwalt, denn meines Wissens kann man keine 2.000 Jahre alten Methoden patentieren. Es kommt ja auch niemand auf die kranke Idee, sich das Rad patentieren zu lassen. Meines Wissens ist das Patent aber noch nicht angenommen worden. Sobald ich nähere Informationen dazu habe werde ich das hier posten.

Hier das Patent

Ich habe die vollständige Patentschrift als PDF vorliegen. Wer sich dafür interessiert kann sich gerne bei mir melden.

JP Morgan’s Tretmühlen-Sklaven retten das Weltklima

Die Großbank JP Morgan wird seit einiger Zeit nur durch sauer verdiente Steuergelder der amerikanischen Bevölkerung vor der Pleite bewahrt. Trotz dieser prekären Lage beweisen die Yale-studierten Geldakrobaten, dass sie ihren Sinn für Kreativität und Humor nicht verloren haben.

Die neue Gelddruckmaschine für Banker, Al Gore und andere Menschenfreunde heißt Emissionshandel. Es wird zwar am Ende netto keine einzige Tonne CO2 eingespart, aber wenn man an der richtigen Stelle sitzt kann man prächtig die Gelder einstreichen, die Verbraucher weltweit durch überhöhte Strom- und Gasrechnungen im Namen der Weltklimarettung berappen müssen.

Im Mittelalter wurden Schwerverbrecher zur Arbeit in der Tretmühle verurteilt. Dann geriet diese Art der Bestrafung lange Zeit in Vergessenheit. Was damals gut war muß heute noch besser sein, dachten sich die gegeelten Nadelstreifen-Fuzzis in der JP Morgan Zentrale. Um mit Dittsche zu sprechen: Eine echte Weltidee wurde geboren und die funktioniert so:

Hilfsorganisationen sollen indischen Kleinbauern Tretpumpen zur Bewässerung der Felder liefern. Dadurch wird Diesel für die herkömmlichen Wasserpumpen eingespart und damit CO2. Dafür gibt es Gelder aus dem Emissionshandel und JP Morgan kassiert dicke Vermittlerprovisionen. Aus Sicht der Bankgenies gibt es nur ein einziges Problem: Wie verhindert man, dass die Kleinbauern bei der Abrechnung schummeln und sich ein paar extra-Rupien in die Tasche stecken? Das darf auf keinen Fall passieren, was sollen denn die JP Morgan Großaktionäre dazu sagen?

Also wurden Heerscharen teurer Experten aus den USA und Europa (auch vom deutschen TÜV) angeheuert und, selbstredend völlig CO2-frei, nach Indien eingeflogen, um die Sache wasserdicht zu machen. Mit geballter Fachkompetenz wurden diverse arschteure Gutachten erstellt um Investoren das Projekt schmackhaft zu machen. Da war dann natürlich kein Geld mehr übrig um eine Befragung bei den zu “beglückenden” Kleinbauern durchzuführen. Wozu auch, die haben ja kein Abitur, also sind die sowieso blöd und deren Meinung irrelevant.

Deshalb brauchten sich die smarten Jungs von JP Morgan auch keinen Kopf über diese Nebensächlichkeiten machen:

1. Um die selbe Menge Wasser zu fördern wie eine Dieselpumpe mit einem Liter Verbrauch muß ein Bauer mehrere Tage trampeln. Ein Liter Diesel kostet in Indien ca. 50-60 Cents, ein Landarbeiter verdient 1-2 Dollar am Tag.

2. Mit der Tretpumpe fließt das Wasser viel langsamer aufs Feld, im Einlaufbereich versickert viel zuviel und am gegenüberliegenden Ende des Ackers kommt zuwenig an. Ungleichmäßiges Pflanzenwachstum nebst Problemen bei der Ernte ist die Folge.

3. Wenn der Farmer den ganzen Tag in der Tretmühle malocht, wer macht dann in dieser Zeit die Arbeit auf dem Feld?

Wer nun denkt, ja der Jochen mit seiner kranken Fantasie erzählt hier einen vom Pferd, der schaue bitte hier:

JP Morgan’s Tretmühlen – Homepage

PS: Falls du ähnliche absurde Stories kennst, immer her damit!

Jochen’s Philippinen Story Teil 4 – 1985

In Deutschland hatten wir nur im Standesamt geheiratet. Nun wollte meine Frau auch noch unbedingt auf den Philippinen kirchlich heiraten. Obwohl ich bis dato nicht als regelmäßiger Kirchgänger aufgefallen war und mein Lebensstil auch nicht der reinen Gotteslehre entsprach, willigte ich dennoch ein. Was tut man nicht alles für seine Frau. Die Sache erwies sich aber als echte Herausforderung weil ich nicht katholisch bin. Genauer gesagt gehörte ich überhaupt keiner Kirche an. Der Priester meinte nämlich im Vorgepräch, dass ich erst zum Erzbischof muß, der dann in einer Befragung meine Glaubensfestigkeit feststellen und bescheinigen muß.

Das war echt harter Tobak. Ich sagte zu meinem Schwiegervater, der übrigens auch der Kirche ziemlich kritisch gegenüberstand: Das können wir vergessen. Ich kann nicht für die körperliche Unversehrtheit des Erzbischofs während des Interviews garantieren. Einige Tage vorher hatte ich nämlich das Buch von Deschler gelesen, “Kirche des Unheils”…

Walang problema, meinte mein Schwiegervater und fuhr einige Tage später nach Naga. Dort erklärte er dem Erzbischof, dass der Jochen leider nicht zur Befragung erscheinen kann weil er in Manila wichtige geschäftliche Angelegenheiten hat. Und ausserdem drängt die Zeit. Und der Jochen ist ein absolut gläubiger Christ, der betet mindestens 3-5 x am Tag und lebt gottgefällig wie ein Heiliger. Kann man da ausnahmsweise eine Bescheinigung ohne Interview bekommen? Ja, konnte man. Kann auch daran gelegen haben dass Schwiegervater versprochen hat, in unserer Tischlerei einige Kinderstühle zu bauen und der Kirche in Tigaon zu stiften.

Die Hochzeit selber lief dann so ab wie üblich, bis dann gegen 19 Uhr der Priester bei uns auftauchte. Bei denen scheint es so ähnlich wie bei den Ameisen zu sein, die wissen immer ganz genau wo es was umsonst zu essen und trinken gibt. Nachdem er sich ausgiebig gestärkt hatte schleimte er sich an mich ran. Ob ich nicht gesehen hätte wie kaputt das Kirchendach und auch sonst alles ist und ob ich da nicht helfen könnte. Da war er bei mir, mit meinen gefühlten 2,4 Promille, genau richtig.

Die Sache ist ganz einfach, sagte ich. Wenn du viel Geld brauchst mußt du Leute anbetteln die viel Geld haben. Also mich schon mal gar nicht. Aber, ich weiß wo du die Kohle herkriegen kannst! Ich nahm einen Zettel und kritzelte folgenden Text: Deutsche Bischofskonferenz – Postfach – 5100 Aachen – West Germany. Als erstes lässt du dir von Handwerkern einen Kostenvoranschlag für eine Luxussanierung erstellen. Aber nicht kleckern, sondern klotzen. Dann multiplizierst Du alle Beträge mit 2, weil die deutschen Katholen vermutlich 50% Eigenanteil von dir erwarten. Dann machst du noch einige schöne Fotos von den kaputten Gebäudeteilen und schreibst einen netten Brief. Da sollte drinstehen dass ein Verlust von 50% der Gläubigen droht wenn während der Messe das Dach zusammenkracht. Das alles dann in einen Briefumschlag und nach Aachen schicken.

Der Typ war völlig fassungslos und stammelte nur, ob das wirklich funktionieren könnte. Klar, sagte ich, die haben soviel Kohle, die wissen nicht wohin damit. Auf jeden Fall mehr Knatter als halbwegs erfolgsversprechende Projekte. Schwiegervater saß die ganze Zeit daneben, zunächst ungläubigee Blicke wandelten sich dann mit Fortdauer der Unterredung nebst bedenklichem Anstieg seiner Promillewerte in pure Begeisterung. So einen Schwiegersohn kann kein Künstler malen.

Wie gesagt, ich war ja alkoholtechnisch schwer angeschlagen und es wurde im Verlauf des abends auch merkwürdigerweise nicht besser. Jedenfalls konnte ich mich am nächsten Morgen kaum noch daran erinnern. Das änderte sich aber schlagartig, als ich einige Monate später wieder nach Tigaon kam. Gleich am ersten Tag stand der Pfarrer auf der Matte, wollte nix zu trinken, sondern mir etwas zeigen. Nämlich seine kaputte Kirche. Die hatte sich in eine Großbaustelle verwandelt. Alles vom Feinsten. Er war jedenfalls total begeistert, zumal der Eigenanteil erheblich unter meinen geschätzen 50% lag. Da waren hohe 6-stellige Dollarbeträge im Spiel.

Das war der Beginn meines kurzen, aber bemerkenswerten kometenhaften Aufstiegs zum katholischen Säulenheiligen von Tigaon.

Jochen’s Philippinen Story Teil 3 – 81/85

1981 begannen wir, die Produktionsverlagerung nach Bicol vorzubereiten. Wir schickten Schwiegervater einiges Geld, damit das neue Haus schneller fertig und vor allem größer wird. Er hat das wirklich gut organisiert und ich war erstaunt, für wiewenig Geld man wieviel Haus bauen kann. Als wir im Spätsommer 1981 Tigaon besuchten war das Haus fast fertig und für den nächsten Tag der Umzug nebst Abriss der alten Holzhütte geplant. Es war Eile geboten denn ein schwerer Taifun war im Anmarsch. Kaum war das letzte Möbelstück im neuen Haus, ging es auch schon los. Der Taifun dauerte die ganze Nacht und wir waren vollauf beschäftigt, die noch scheibenlosen Fenster mit Reissäcken und Draht abzudichten, um eine völlige Überflutung des Souterains zu verhindern. Das Haus war völlig übervölkert, denn nicht nur die große Familie sondern auch zahlreiche Nachbarn suchten Schutz in dem massiven Gebäude.

Am nächsten Morgen war der Spuk vorbei, die Sonne schien, kein Lüftchen regte sich. Auf der Straße bot sich ein seltsamer Anblick: Fast alle Holz- und Bambushäuser hatten eine Einheitshöhe von ca. 60 cm und vor jedem Grundstück wurden Teile gestapelt, die aus der Nachbarschaft angeweht wurden. Ich habe noch nie soviel Sperrmüll auf einmal gesehen. An unserem neuen Haus gab es zum Glück keine nennenswerten Schäden. Praktischerweise hat der Taifun das alte Holzhaus in alle Einzelteile zerlegt, was uns eine Menge Abrissarbeiten sparte. So hatte dieser Monstertaifun auch etwas Gutes, zumal es im Ort auch keine Toten oder Schwerverletzte gab.

Die Tage bis zur Rückreise verbrachten wir ohne Strom. Das war für einen Zivilisationsheini wie mich natürlich eine ganz besondere Erfahrung. Ich war erstaunt wie gelassen die Leute mit der schwierigen Situation umgingen und vor allem wie schnell die Hütten wieder aufgebaut waren. Nach zwei Tagen hatte ich mich an den Dauerbrownout gewöhnt und ausser kaltem Bier eigentlich nichts vermisst.

Das Geschäft lief immer besser, wir hatten quasi ein Weltmonopol für Buddelschiffe. So konnten wir uns in Hamburg 1982, rechtzeitig zur Geburt unserer ersten Tochter Melanie, eine Eigentumswohnung leisten und im Mai 1983 das Buddelschiff-Museum im Schulauer Fährhaus eröffnen, also in der weltbekannten Schiffsbegrüßungsanlage. Das Museum besteht übrigens noch obwohl ich seit Jahren keine Zeit mehr habe mich da vernünftig drum zu kümmern.

Am Valentinstag 1983 starteten wir die Produktion in Tigaon. Von Beginn an lief alles wie geschmiert. Einziges kleineres Problem war die Ausbildung der Mitarbeiter, anfangs ausschließlich Familienmitglieder. Mir war schon aus der Zeit in Manila bekannt, dass Filipinos im Gegensatz zur landläufigen Meinung keinesfalls Gläubige sind. Die glauben nämlich z.B. nicht, dass ein rechter Winkel 90 Grad hat und dass bei der deutschen Flagge schwarz oben ist. Andererseits sind sie aber durchaus lernfähig. Bereits nach 6 Monaten intensiven, geduldigen Trainings war zumindest das Flaggenproblem gelöst.

Ich konnte den geschäftlichen Erfolg kaum fassen und unterlag dem Fehlschluß, dass es mit der Expansion ewig so weitergeht. Es folgte eine Kette schwerwiegender Entscheidungen, die sich einige Jahre später als Katastrophe herausstellen sollten. Es begann damit, dass ich einen Partner aus Deutschland ins Boot nahm, der in Tigaon eine Produktion hochwertiger antiker Möbelreproduktionen aufziehen sollte. Die Anschaffung der Maschinen, Materialien und Reisekosten verschlangen riesige Summen ohne das anfangs nennenswerte Einnahmen generiert werden konnten. Die Ausbildung angelernter Arbeiter zu Kunsttischlern war eben eine langwierige und kostspielige Sache.

Ein weiterer Fehler war der Bau unseres eigenen Hauses, das viel zu groß und zu teuer wurde. Wie das Möbelprojekt wurde das Haus mit in Deutschland aufgenommenen Krediten finanziert. Weitaus fataler sollte aber die Entscheidung werden, die Produktion nicht auf Heimarbeit umzustellen sondern die inzwischen über 100 Mitarbeiter fest einzustellen, mit überdurchschnittlichen Löhnen, Sozialversicherung usw. Es begann das berühmt berüchtigte “Bündnis mit dem Strick”. Es wurden ja gleich mehrere Kardinalfehler gleichzeitig begangen: Ein Geschäft (Möbel) zu starten wovon man keine Ahnung hat, langfristige teure Strukturen aufzubauen die sich nur mit wahnsinnigem Aufwand ändern lassen und langfristige Investitionen mit kurzfristigen Bankkrediten (größtenteils Dispo) zu finanzieren.

Am 14.2.1985, also am zweiten Jahrestag der Firmengründung in Tigaon, traf ich eine Entscheidung, die sich zunächst absolut genial anließ, aber am Ende die Katastrophe auslöste.

Fortsetzung folgt

Jochen’s Philippinen Story Teil 2 – 1980

Schon sehr bald nach der ersten Tigaon-Reise zeichnete sich ab, dass es früher oder später zur geschäftlichen Trennung in Manila kommen würde. In meinen ersten Wochen in Manila versuchte mich die Freundin meines Partners ständig mit überkandiedelten Tussen aus besserem Haus zu verkuppeln. Da ich mir keinen Butler, Chaffeuer nebst Daimler usw. leisten konnte war das keine wirkliche Option für mich. Was mir aber ganz gewaltig auf den Senkel ging war die Art und Weise, wie diese Schnepfen das Hauspersonal meines Partners behandelten. Wenn die nicht so kleine Nasen gehabt hätten könnte man zu dem Schluß kommen dass es sich um Enkeltöchter ostpreussischer Landjunker handelte.

Sich darüber aufregen bringt ausser Magengeschwüre eh nichts. Also beschloß ich ein Zeichen zu setzen, einen echten Knalleffekt: Als mir gerade mal wieder 2 neue hochnäsige Bräute vorgestellt wurden habe ich vor versammelter Mannschaft Eda gefragt, ob sie Lust hat mit mir an ihrem nächsten freien Tag ins Kino zu gehen. Das schlug ein wie eine Bombe, oder wie wir in Hamburg sagen, das war ein goiler ellerbeker Karnickelfangschlag. Die Totenstille im Raum wurde erst durch Eda gebrochen als sie sagte: Why not?

Damit war das Thema arrogante Bräute natürlich abgehakt. Wir konnten uns zunächst aufs Geschäft konzentrieren und mein Partner zeigte mir viele tolle Plätze auf den Philippinen. Ich war schwer beeindruckt von den Land und vor allem den Leuten. Ich hatte ja vorher 2 Jahre lang in Bangkok eine Produktion gehabt und bin nach Manila gewechselt weil meine Thai-Partner ständig die Begriffe mein und dein verwechselten. Auch ging mir dieser unterschwelige Thai-Rassismus gewaltig auf den Keks. Mein Eindruck war, dass es bei den Filipinos genau umgekehrt ist, die so eine Art Minderwertigkeitsgefühl haben und alles Westlich vergöttern. Da fühlt man sich dann ehrlich gesagt auch etwas geschmeichelt.

Im Sommer 1980 kam Eda dann nach Deutschland. Damals war das auch schon mit einigem Papierkrieg verbunden, aber kein Vergleich zu heute. Diese ganzen verschärften Visabestimmungen usw. wurden ja erst einige Jahre später eingeführt, als massenhaft Schindluder mit den sog. Mail Order Brides getrieben wurde. Ein Nachbar von mir in Hamburg hatte auch gerade seine Braut aus Manila in Hamburg empfangen. Damit hatte Eda gleich eine Freundin und wir engagierten einen Studenten, der jeden Abend einen privaten Deutsch-Crashkurs für die beiden Mädels durchführte. Meine Eltern hatten Eda auch freundlich aufgenommen, von einem schweren Zwischenfall einmal abgesehen:

Eda hatte ja in Manila gelernt, wie man deutsche Gerichte kocht. Nun ist meine Mutter der Ansicht, dass sie die beste Köchin im Universum ist. Als wir dann erstmals meine Eltern zum Essen einluden, meinte mein Vater, der sonst nicht viel sagt weil er völlig unter der Knute steht: “Das war der beste Schweinebraten den ich je gegessen habe.” Es war nur meinem diplomatischen Geschick zu verdanken dass meine Mutter sich wieder beruhigte und die Scheidungsgedanken verwarf.

Edas Integration verlief fast ohne Probleme und wir waren in der Lage, ihr Touristenvisum mehrmals zu verlängern, bis wir dann nach 10 Monaten heirateten. Ich bin damals gleich nach ihrer Ankunft mit ihr zur Bank gegangen und habe für sie ein Sparbuch über 3.000 DM angelegt, mit nur ihr bekannten Passwort. Damit hatte Eda eine gewisse Sicherheit, sie hätte jederzeit auch ohne meine Erlaubnis nach Manila zurückfliegen können plus etwas Startkapital. Ich bin felsenfest davon überzeugt dass die Sache mit dem Sparbuch maßgeblich dazu beigetragen hat, sich in Hamburg einzuleben.

Fortsetzung folgt

Jochen’s Philippinen Story Teil 1 – 1980

Mitte 1980 kam ich das erste mal nach Tigaon. Eda war ein Jahr vorher von zuhause abgehauen weil sie unbedingt Krankenschwester werden wollte, der Vater sie aber lieber als Lehrerin sehen wollte. Wir kamen völlig unangemeldet an und es gab ein großes Hallo und viele staunende Gesichter. Für manche Kinder im Barangay war es das erste Mal das sie eine leibhaftige Langnase sahen und als Mutprobe an meinen Arm- und Beinhaaren zupften. Auf dem ca. 2.800 qm großen Familiengrundstück befanden sich neben vielen Calamansibäumen noch eine größere Bambushütte und ein Freiluftklo. Wie das so ist in der Provinz.

Edas Mutter war 46 und ich hätte es bei ihrem attraktiven Aussehen niemals für möglich gehalten dass sie 13 Kinder zur Welt gebracht hat. Die jüngste Tochter Eden war noch ein Baby und es gab auch schon ein erstes (von insgesamt 48) Enkelkind vom ältesten Sohn Edgar. Der war damals genau wie ich 26 Jahre alt und hardcore-Kettenraucher, der brauchte nur ein einziges Streichholz am Tag. Daran hat sich bis heute übrigens nichts geändert, ausser das er nicht mehr Tryciclefahrer ist sondern Barangay-Captain.

Mein Schwiegervater war ungewöhnlich klein und extrem dünn, man musste sozusagen zwei Mal hingucken um ihn einmal zu sehen. Mir ist bis heute völlig schleierhaft wie er es mit dem Gehalt eines Dorf-Schulleiters geschafft hat die riesige Familie durchzubringen und gleichzeitig noch Geld für das geplante neue Haus zu sparen. Es gab nämlich bereits eine Baugrube, einige Pfeiler und zahlreiche hallow blocks auf dem Grundstück.

Auf jeden Fall haben wir uns alle auf Anhieb bestens verstanden, was dann am ersten Abend zu einem furchtanerregenden Besäufnis führte. Übrigens ohne das mich jemand angepumpt hat, die haben alles selber rangeschleppt. Es begann nach dem Essen (viel Reis mit wenig toten Stinkfisch und merkwürdigem Gemüse) mit Tuba. Das war für mich eine Art alkoholische Äquatortaufe. Na ja, Hauptsache es kratzt im Hals und macht duselig. Nach einiger Zeit kam dann mein Schwager Edwin mit einigen Redhorse Grande Buddeln an. Das wurde dann mit dem Tuba im 10 Liter Kannister sorgfältigst gemischt.

Es war eine prima Stimmung, keine Frage. Bis dann mein Schwiegervater anfing mir zu erzählen wie arm er ist, wie teuer der Hausbau wird usw., also die bekannt berüchtigte alte Leier. Ich war ja zu diesem Zeitpunkt der 2 Promille Grenze bedenklich nahe und reagierte darauf so wie man mit Beamten sprechen muß: Nicht diskutieren, sondern klare und unmißverständliche Anweisungen geben: I love your daughter, I will marry her and you will go tomorrow to the notary public to prepar all paperworks. Er daraufhin, total verdattert: Yes Sir!. Darauf ich: I have no money. Do not expekt anything from me. Maybe we will send at christmas 100 DM. Er: Yes Sir. Ich dann: Vieleicht starten wir hier irgendwann eine Produktion. Wer Geld von mir haben will kann dann im Betrieb arbeiten. Er (Ihr werdet es kaum glauben): Yes Sir. Es hat danach ungefähr 4 Jahre gedauert bis er mit dem “Yes Sir” endlich aufgehört hat.

Diese klare Ansage zum Sachstand hat die Jungs offenbar ziemlich beeindruckt. Jedenfalls hat mich bis heute niemand angepumpt. Als dann mehrere Flaschen Gin angeschleppt wurde ging es wieder zum gemütlichen Teil über. Dieses Feuerwasser wurde zur Erhöhung des Dröhnungsniveaus der Tuba-Biermischung zugesetzt. Als der Pegelstand des Kannisters deutlich gegen Ebbe ging und ein wahnsinniger Starkregen einsetzte, löste sich die Versammlung mit einem gefühlten Durchschnittswert von 3,5 Promille auf und ich verbrachte die erste Nacht in Tigaon. Man hatte extra für Eda und mich einen kleinen Raum abgeteilt, was ich sehr zu schätzen wusste.

Die Geschichte mit dem kotzefressenden Schwein erzähle ich lieber nicht weil möglicherweise einige der geneigten Leser noch nicht zu abend gegessen haben. Auf jeden Fall ist es nicht wirklich witzig wenn man beim Reihern einen Lachkrampf kriegt.

Am nächsten Tag hat Schwiegervater dann trotz extrem kleiner Augen alle Papiere besorgt, Eda war ja erst 18 und brauchte die Hochzeitserlaubnis der Eltern. dann folgten einige wunderschöne Tage in Tigaon mit viel schwimmen im nahen Lagonoy-Golf und abends wurde der Leber-Elchtest wiederholt. Schon zu diesem Zeitpunkt war mir klar das ich höchstwahrscheinlich einen familientechnischen Volltreffer gelandet habe und mein Leben einen völlig anderen Verlauf nehmen wird.

Fortsetzung folgt

Hallo Leute,

schön das ihr hierhergefunden habt. Ich möchte euch an meinem doch ziemlich bewegten Leben zwischen den Kulturen teilhaben lassen. Das das Leben schon hart genug und das Internet mit Blogs von verbiesterten Rechthabern und Oberlehrern zugemüllt ist, gehe ich die Sache mit einem Augenzwinkern und einer Prise Selbstironie an. Wem das nicht gefällt muß ja nicht weiterlesen. So, nun ist genug gelabert, am besten ihr lest zur Einführung einfach das Interview:

Herr Binikowski, sie duzen sich mit jedem Hans und Franz. May I auch say you to you?

Ja, aber nur wenn du nachher einen ausgibst.

Deine Karriere als Geschäftsmann begann ja 1976 mit der Eröffnung des Buddelschiff-Ladens in Hamburg. Heute ist er, von aussen betrachtet, immer noch so klein wie damals. war das Absicht oder hat sich das so ergeben?

Zunächst einmal: Ich habe die Hütte nicht wie die Obermanager von AEG, Vulkanwerft, Neckermann, Grundig, Quelle oder Karstadt gegen die Wand gefahren. Auch bin ich, im Gegensatz zu allen DAX-Konzernen nicht darauf angewiesen, beim Steuerzahler betteln zu gehen oder bei den Politikern mir genehme Gesetze zu kaufen.

Das leuchtet ein, hört sich aber ein wenig wie pfeifen im Walde an.

Na ja, seit Beginn des Internet-Zeitalters sind unsere Umsätze durch den Versandhandel geradezu explodiert und es ist kein Ende abzusehen. Die beengten Räume werden heute eben anders genutzt als früher. Hinzu kommen diverse Aussenlager.

Wie hoch ist der Umsatz denn derzeit?

Das ist großes Indianer-Geheimnis. Auf jeden Fall genug um meinen Töchtern Melanie und Jennifer dauerhafte Arbeitsplätze zu bieten und ganz ordentlich zu leben. Seit 3 Jahren schmeißen die Mädels den Laden. Und zwar besser als ich das könnte. Die brauchen keinen alten Sack der ständig dazwischenquatscht. Deshalb lebe ich seit 2008 die überwiegende Zeit auf den Philippinen und kann mich auf meine Projekte konzentrieren.

Was würdest Du machen wenn Du morgen Bundeskanzler wärest?

Den Job würde ich nie machen. Erstens weil man im Bundestag und Kabinett nicht rauchen darf und zweitens, weil Polizei, Bundeswehr und Grenzschutz nicht genügend Personal haben um mich vor den aufgebrachten Lobbyisten und deren Mafia-Hintermännern zu beschützen. Diese asozialen Aasgeier sollten sich mit täglichen Stoßgebeten bedanken, dass ich beschlossen habe kein Politiker zu werden.

Ist das so zu verstehen dass du freiwillig auf Macht und Milliardenvermögen verzichtest?

So ist es. Solange ich auch nur einen einzigen EURO mehr in der Tasche habe als ich brauche, bin ich reicher als alle Typen aus der Forbes-Liste. Im Gegensatz zu denen bin ich nämlich damit zufrieden, kann sorglos leben und völlig unabhängig tun was ich für richtig halte. Maßlose Gier nach Geld und Macht ist meiner bescheidenen Meinung nach die Wurzel allen Übels.

Das ist eine interessante These. Was würdest du machen wenn eine gute Fee dir morgen einen Milliardenbetrag aufs Konto zaubert?

Auf Langstreckenflügen von Holzklasse auf first class upgraden. Dann noch einige kleinere Verbesserungen in meinem Haus, der Rest geht in meine Projekte.