Neueste Artikel

Letzte Kommentare

Archive

Site search

Kategorien

Links:

Meta

Projekt Newsletter Dezember 2012

Kurz nachdem ich Anfang April den letzten Rundbrief schrieb überschlugen sich die Ereignisse: Nach langjähriger vergeblicher Suche wurde uns in Hamburg endlich ein wesentlich größeres und besseres Ladenlokal angeboten. Deshalb bin ich bereits im Mai, einen Monat früher als geplant, nach Hamburg zurückgeflogen und war bis Mitte August dort voll im Streß. Einmal umziehen ist schlimmer als zweimal abbrennen. Es ist unglaublich was sich in 36 Jahren so alles ansammelt. Mit dem Umzug alleine war es ja nicht getan, es musste praktisch alles völlig neu organisiert werden, und zwar ohne das laufende Geschäft zu unterbrechen.

Es war nicht nur ein mordsmäßiger Arbeitsaufwand sondern auch noch ein finanzieller Kraftakt. Von heute auf morgen hatte ich kaum noch Zeit und Geld für das Farmprojekt und es war zunächst nicht abzusehen wie lange diese angespannte Situation dauern würde.  Meine Schwager Elmer und Erwin mußten innerhalb weniger Tage die Farm komplett umstrukturieren, also fast alle Aktivitäten die keine unmittelbaren Einnahmen generierten sofort beenden, die Belegschaft drastisch verkleinern und sich auf die Bereiche mit laufenden Einnahmen konzentrieren. Wochenlang stand das gesamte Projekt auf der Kippe. Ende Juni stand dann fest dass die Umstellung weitgehend gelungen war, eine organisatorische Meisterleistung der Jungs vor Ort denn ich war zu dieser Zeit ja längst in Hamburg und verbrachte meine 16 Stunden Tage sozusagen mit arbeiten und beten das alles gutgeht. Etwa einen Monat später war auch abzusehen dass der Umzug in Hamburg ein Erfolg wird, aber zumindest die finanzielle Situation noch bis mindestens Ende 2012 angespannt bleibt.

Der größte Posten war die vorübergehende Einstellung des 3-Sister Experiments. Hier sind uns schon zuvor die Kosten völlig aus dem Ruder gelaufen weil es zahlreiche unvorhergesehene Probleme gab. Allerdings haben wir dabei eine Menge gelernt und künftige Versuche werden wesentlich erfolgreicher verlaufen. Betroffen war auch das Schweinehaltungsprojekt. Es wurden nach und nach alle 30 Tiere geschlachtet bzw. verkauft. Dadurch bekamen wir Geld in die Kasse und hatten immer weniger Ausgaben für Futter. Weiterhin wurde das Baumschul-Projekt vorübergehend eingestellt, die Setzlinge wurden nur noch am Leben gehalten um später ausgepflanzt zu werden.

Immerhin haben wir die Kostendeckung gut ein Jahr früher als geplant erreicht und dadurch eröffnen sich neue Perspektiven. Es ist jetzt an der Zeit die Erkenntnisse aus all den Experimenten in die tägliche Praxis umzusetzen. Viele Versuche waren zwar technisch erfolgreich, lassen sich aber aus Kostengründen nicht kommerziell umsetzen und sind höchstens für Kleingärtner oder Substitenzbauern von Bedeutung. Ein weiteres, von uns zunächst völlig unterschätztes Problem besteht darin geeignete Leute zu finden die bereit sind erprobte Konzepte zu verwerten. Das wird in den nächsten Monaten eine unserer “Großbaustellen” werden. Es sind immerhin bislang 7 weiterverarbeitete Produkte die komplett durchgetestet sind und sich mit geringem Aufwand produzieren und vermarkten lassen.

Seit einigen Monaten laufen auf der Farm erste Ernten von Papaya und Zitronen. Das wird in den nächsten Monaten ständig mehr werden. Mit dem Wetter hatten wir auch Glück, keine Taifune oder sonstige Schäden. Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine großangelegte Pflanzung: Insgesamt ca. 6 Hektar mit Mais, Reis sowie Zitronenbäume. Dabei haben wir erstmals einen Traktor gemietet. Beim Mais und den Zitronen werden wir neue Pflanzmethoden, die wir vorher schon getestet haben, einsetzen. Bei einem Teil der Maispflanzung wird es eine Mischkultur mit Bohnen geben, sozusagen 2-Sisters. Der Reis ist bereits gepflanzt, Mais und die Bäume im Laufe des Monats. Bei den Zitronenbäumen gibt es von Anfang an eine Mischkultur mit Kürbissen und auf einer Teilfläche werden Papaya sowie covercrops gepflanzt. Damit wird es schon nach 3-4 Monaten erste Ernteerlöse geben die den Fortbestand des Projektes sichern.

Bei dieser großangelegten Pflanzung wenden wir Kombinationen von biologischer und konventioneller Landwirtschaft an. Sollte es ein Erfolg werden haben wir eine Art Handlungsanleitung für künftige Pflanzungen. Z.B. könnte man mit einer Gruppe Kleinbaueren kooperieren deren Felder aneinander grenzen und nur eines Straßenanschluß hat. Damit wäre der Einsatz eines Treckers zum pflügen möglich. Der Vorteil eines Traktors liegt u.a. darin dass er tiefer pflügen kann als dies mit Wasserbüffeln möglich ist, und dass es wesentlich schneller geht. Ein Trecker kann ca. 30 Wasserbüffel ersetzen und ist damit nicht nur wesentlich billiger sondern oftmals sind nicht genügend Wasserbüffel verfügbar was dann zu Verzögerungen und Mehrkosten führt.

Das E-Book verkauft sich ganz ordentlich und vor allem habe ich dadurch viele neue und interessante Kontakte bekommen. Die englische Übersetzung ist immer noch in Arbeit. Durch den Streß der letzten Monate bin ich noch nicht dazu gekommen weitere Kapitel zu schreiben. Die Homepage ist aktualisiert, insbesondere im Bereich Tierhaltung gibt es zahlreiche Neuigkeiten. Derzeit haben wir 16 Schweine, 20 Kühe, 8 Ziegen, 3 Wasserbüffel und diverse Puten.

Insgesamt gesehen bin ich sehr zufrieden mit dem Verlauf des Projektes. Vor allem die Art und Weise wie die Jungs mit den schweren Krisen (Dürre 2010, Taifunschaden 2011, Finanzengpaß 2012 usw.) umgegangen sind gibt Grund zu großem Optimismus.

 

Hier ein Forums-Thread zum Thema Maispflanzung:

http://www.landtreff.de/ungewohnliches-mais-experiment-wer-hat-gute-ideen-und-tips-t79299.html

Die Aussaat wird um den 18.12.2012 erfolgen. Für Anregungen bin ich immer dankbar.

Und hier noch etwas zur neuen Zitronenplantage:

http://www.landtreff.de/frage-an-die-obstbau-profis-t77370.html

 

 

 

 

 

 

 

Write a comment

You need to login to post comments!