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Projekt Newsletter April 2012

Es gibt fast nur erfreuliche Dinge zu berichten. Zunächst einmal ist das eBuch fertig und es verkauft sich schon ganz gut, vor allem aber gibt es bislang durchweg positive Leserkomentare. Ich arbeite derzeit an einigen neuen Kapitel die erweiterte Fassung wird wohl ab Mitte Mai fertig sein. Leider ist es mir noch nicht gelungen einen Übersetzer zu finden der bereit ist die englische Version auf Basis einer fairen Umsatzbeteiligung (z.B. 50:50) zu erstellen. Ähnlich sieht es mit einer gedruckten Ausgabe aus, die wäre bei 500 Stück Startauflage mit mindestens 1.300 EURO Investitionen verbunden.

Das Buch ist in diversen Formaten (u.a. PDF) über meinen Online-Shop bestellbar:

http://www.buddelbini.de/ebooks/kleine-tropenfarm.html

oder im Kindle-Format über Amazon:

http://www.amazon.de/Unsere-kleine-Tropen-Farm-ebook/dp/B007O7FQFQ/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1332671375&sr=8-1

Was lange nur eine Vermutung war ist jetzt Gewissheit: Wir haben bei den Schweinen einen Fütterungsvergleich durchgeführt mit dem Ergebnis dass unsere Futtermischung ca. 10-20% mehr Gewichtszunahme bei besserer Fleischqualität gegenüber dem Konzern-Fertigfutter bringt, und das bei ca. 30% niedrigeren Kosten. Das muß nun nicht bedeuten dass unsere Mischung perfekt ist. Klar ist nur dass das kommerzielle Futter nichts taugt. Also werden wir weiter an Optimierungen arbeiten den gemäß der Genitik der Schweinerasse könnte die Gewichtszunahme noch gesteigert werden.

Seit Mitte Februar läuft eine (hoffentlich) geniale Methode zum Futtermittelanbau an: Die sog. 3 Sisters Technik. Es werden Zuckermais, Bohnen und Kürbis in einer ausgeklügelten Mischkultur gepflanzt. Die 1 A Früchte werden verkauft, der Ausschuß geht an die Schweine.  Alle 7 Tage wird ein neues Feld angepflanzt, dadurch erhoffen wir uns eine ganzjährige tägliche Ernte wodurch enorme Kosten für Haltbarmachung und Lagerung entfallen. Derzeit sind wir bei Feld Nr. 10, die erste Ernte vom Feld Nr. 1 wird Ende April erfolgen.

Wenn das hinhaut haben wir fast alle wichtigen Futterkomponenten gleichzeitig, also Energie (Mais), Proteine (Bohnen) Vitamine und Mineralien (Kürbis) auf einem Feld, es sind dann nur noch relativ geringe Zusätze an proteinhaltigen Komponenten (fermentierte Schnecken, Fischmehl, Soja) nötig. Weitere Einzelheiten und Fotos gibt es hier:

http://www.buddel.de/kft/3-sisters.html

Vor einigen Tagen haben wir das erste Vorexperiment mit Schlachtung, Weiterverarbeitung und Vertrieb vom Schweinefleisch durchgeführt. Das war sehr ermutigend, vor allem aber haben wir diverse Optimierungsmöglichkeiten herausgefunden. Klar ist bereits dass es nur mit qualitativ hochwertigen Schweinen funktioniert und dass die Erlöse mindestens 50% höher liegen als beim Verkauf lebender Tiere. Eine weitere wichtige Erkenntnis: Diese Methode klappt nur bei dezentraler Produktion der Schweine, max. 30 bis 50 Tiere pro Anlage. Nur so wird es möglich sein ohne Antibiotika und andere Medikamente zu arbeiten. Wir werden also eine große Anzahl von Subunternehmern benötigen, das bedeutet zusätzliches Einkommen für viele Familien.

Damit decken wir die Wertschöpfungskette bereits zu ca. 90% mit lokalen, von kleinen Leuten durchgeführten Methoden ab. Was noch fehlt ist eine eigene Saatgutherstellung sowie der Ersatz chemischer Pflanzenschutzmittel durch biologische Mittel. Wenn uns das gelingt haben die Produkte quasi Bio-Qualität, aber zu vergleichbaren Produktionskosten wie in der konventionellen Massenherstellung. Derzeit laufen Vorbereitungen für ein weiteres Großexperiment, nämlich der Dehybridisierung von teurem Hybrid-Saatgut. Das wird eine extrem komplizierte Angelegenheit die aber im Erfolgsfall zu enormen Kosteneinsparungen sowie zur Unabhängigkeit von Saatgutkonzernen führt.

Die Papayas hatten sich leider nicht von dem Taifunschaden erholt. Es gab nur noch geringe Erntemengen bei schlechter Qualität. Wir haben aber inzwischen über 600 neue Bäume gepflanzt und erwarten die ersten Ernten ab Oktober. Wenn es dieses Jahr keine Taifunschäden geben sollte hätten wir dann mindestens 8 Monate eine volle Ernte.

Es sieht so aus als ob wir ein weiteres Hauptproblem zumindest teilweise gelöst haben: Der unglaubliche Unkrautwuchs zwischen den Zitronenbäumen. Der hatte u.a. dazu geführt dass wir die erste Ernte nicht forcieren konnten und entsprechend niedrigere Erträge hatten. Das hat aber den positiven Effekt dass die Bäume jetzt wesentlich besser wachsen und durch die verzögerte erste Ernte später erheblich produktiver werden.

Ein Teil der Plantage wurde wie bisher gemäht, das Unkraut aber gesammelt und siliert, dann an die Schweine verfüttert. In einem weiterern Bereich haben wir tagsüber Kühe angeleint die das Unkraut fressen (ohne die Bäume zu beschädigen). Anschließend pflanzen wir dann gezielt bestimmte Gräser mit hohem Nährstoffgehalt die gleichzeitig den Boden verbessern (Stickstoffbindung) und das reguläre Unkraut unterdrücken. Sobald diese Gräser etabliert sind werden in den Bereichen ohne Papayas zusätzlich noch Kürbisse zur Bodenbeschattung gepflanzt. All dies bedeutet geringere Kosten für das Mähen und zusätzliche Einnahmen.

Insgesamt verläuft das Projekt nach Plan. Beim Start im Oktober 2008 bin ich von 5 Jahren bis zur vollen Kostendeckung bzw. Gewinnzone sowie ca. 50.000 EURO Netto-Investitionen ausgegangen. Vorausgesetzt es gibt keine größeren Rückschläge mehr ist dieses Ziel im Bereich des Möglichen.

Ich denke das wird hier noch alles extrem spannend.

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