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Projekt Newsletter September 2013

Als wir 2008 mit dem Projekt begannen hatte ich einen Zeitraum von 5 Jahren eingeplant. Also ist jetzt die Zeit für ein Fazit:

Insgesamt hat sich fast alles wie ursprünglich geplant entwickelt und der Finanzrahmen ist weitgehend eingehalten worden. Das Mindest-Ziel ist auf jeden Fall erreicht. Trotzdem bin ich nicht wirklich zufrieden denn wir nutzen die vorhandenen Potenziale nur zu einem Bruchteil aus. Der Aufbau der Infrastruktur sowie die Experimente und kommerziellen Pflanzungen sind besser gelaufen als erwartet. Aber das ist nur ein Teil des Gesamtprojekts.

Der ganz große Schwachpunkt ist nach wie vor die Erhöhung der Wertschöpfung, also Dinge wie Weiterverarbeitung, Direktvermarktung usw. Es sind jede Menge fertige Konzepte vorhanden aber leider gibt es bislang niemanden der den Mumm hat zumindest eines davon durchzuziehen. Es liegt nicht am fehlendem Startkapital sondern die Leute scheinen eine unterschwellige Angst davor zu haben, komplett neue Geschäftsmodelle umzusetzen. So nach dem Motto: Machen die anderen ja auch nicht…

Ich hatte ja mit allen möglichen Schwierigkeiten gerechnet, aber nicht mit diesesm Problem. Ehrlich gesagt habe ich noch kein kurzfristiges Konzept für eine Lösung. Auf jeden Fall machen wir mit der Farm weiter, wir haben weitgehend eine Kostendeckung und die genannten Projekte laufen ja nicht weg.

Hinzu kommt dass seit dem Umzug letztes Jahr das Geschäft in Hamburg richtig brummt und ich dadurch voll beschäftigt bin. Dann haben wir hier auf den Philippinen seit einigen Monaten einen neuen Großkunden für die Buddelschiffe. Da mussten wir kurzfristig mal eben die Produktionskapazitäten verdreifachen, neue Qualitätskontrollen und andere organisatorische Umstellungen durchführen. Langeweile habe ich jedenfalls nicht.

Vom 8.10. bis Mitte Januar bin ich wieder in Hamburg zum abkühlen. Ich war jetzt 7 Monate am Stück hier und es wird sicherlich nicht schaden etwas Abstand zu gewinnen. Die zündende Idee wird schon noch kommen…

PS: Es gibt jetzt ein kleines Video von unserer Buddeelschiff-Produktion auf den Philippinen:

 

 

Projekt Newsletter Dezember 2012

Kurz nachdem ich Anfang April den letzten Rundbrief schrieb überschlugen sich die Ereignisse: Nach langjähriger vergeblicher Suche wurde uns in Hamburg endlich ein wesentlich größeres und besseres Ladenlokal angeboten. Deshalb bin ich bereits im Mai, einen Monat früher als geplant, nach Hamburg zurückgeflogen und war bis Mitte August dort voll im Streß. Einmal umziehen ist schlimmer als zweimal abbrennen. Es ist unglaublich was sich in 36 Jahren so alles ansammelt. Mit dem Umzug alleine war es ja nicht getan, es musste praktisch alles völlig neu organisiert werden, und zwar ohne das laufende Geschäft zu unterbrechen.

Es war nicht nur ein mordsmäßiger Arbeitsaufwand sondern auch noch ein finanzieller Kraftakt. Von heute auf morgen hatte ich kaum noch Zeit und Geld für das Farmprojekt und es war zunächst nicht abzusehen wie lange diese angespannte Situation dauern würde.  Meine Schwager Elmer und Erwin mußten innerhalb weniger Tage die Farm komplett umstrukturieren, also fast alle Aktivitäten die keine unmittelbaren Einnahmen generierten sofort beenden, die Belegschaft drastisch verkleinern und sich auf die Bereiche mit laufenden Einnahmen konzentrieren. Wochenlang stand das gesamte Projekt auf der Kippe. Ende Juni stand dann fest dass die Umstellung weitgehend gelungen war, eine organisatorische Meisterleistung der Jungs vor Ort denn ich war zu dieser Zeit ja längst in Hamburg und verbrachte meine 16 Stunden Tage sozusagen mit arbeiten und beten das alles gutgeht. Etwa einen Monat später war auch abzusehen dass der Umzug in Hamburg ein Erfolg wird, aber zumindest die finanzielle Situation noch bis mindestens Ende 2012 angespannt bleibt.

Der größte Posten war die vorübergehende Einstellung des 3-Sister Experiments. Hier sind uns schon zuvor die Kosten völlig aus dem Ruder gelaufen weil es zahlreiche unvorhergesehene Probleme gab. Allerdings haben wir dabei eine Menge gelernt und künftige Versuche werden wesentlich erfolgreicher verlaufen. Betroffen war auch das Schweinehaltungsprojekt. Es wurden nach und nach alle 30 Tiere geschlachtet bzw. verkauft. Dadurch bekamen wir Geld in die Kasse und hatten immer weniger Ausgaben für Futter. Weiterhin wurde das Baumschul-Projekt vorübergehend eingestellt, die Setzlinge wurden nur noch am Leben gehalten um später ausgepflanzt zu werden.

Immerhin haben wir die Kostendeckung gut ein Jahr früher als geplant erreicht und dadurch eröffnen sich neue Perspektiven. Es ist jetzt an der Zeit die Erkenntnisse aus all den Experimenten in die tägliche Praxis umzusetzen. Viele Versuche waren zwar technisch erfolgreich, lassen sich aber aus Kostengründen nicht kommerziell umsetzen und sind höchstens für Kleingärtner oder Substitenzbauern von Bedeutung. Ein weiteres, von uns zunächst völlig unterschätztes Problem besteht darin geeignete Leute zu finden die bereit sind erprobte Konzepte zu verwerten. Das wird in den nächsten Monaten eine unserer “Großbaustellen” werden. Es sind immerhin bislang 7 weiterverarbeitete Produkte die komplett durchgetestet sind und sich mit geringem Aufwand produzieren und vermarkten lassen.

Seit einigen Monaten laufen auf der Farm erste Ernten von Papaya und Zitronen. Das wird in den nächsten Monaten ständig mehr werden. Mit dem Wetter hatten wir auch Glück, keine Taifune oder sonstige Schäden. Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine großangelegte Pflanzung: Insgesamt ca. 6 Hektar mit Mais, Reis sowie Zitronenbäume. Dabei haben wir erstmals einen Traktor gemietet. Beim Mais und den Zitronen werden wir neue Pflanzmethoden, die wir vorher schon getestet haben, einsetzen. Bei einem Teil der Maispflanzung wird es eine Mischkultur mit Bohnen geben, sozusagen 2-Sisters. Der Reis ist bereits gepflanzt, Mais und die Bäume im Laufe des Monats. Bei den Zitronenbäumen gibt es von Anfang an eine Mischkultur mit Kürbissen und auf einer Teilfläche werden Papaya sowie covercrops gepflanzt. Damit wird es schon nach 3-4 Monaten erste Ernteerlöse geben die den Fortbestand des Projektes sichern.

Bei dieser großangelegten Pflanzung wenden wir Kombinationen von biologischer und konventioneller Landwirtschaft an. Sollte es ein Erfolg werden haben wir eine Art Handlungsanleitung für künftige Pflanzungen. Z.B. könnte man mit einer Gruppe Kleinbaueren kooperieren deren Felder aneinander grenzen und nur eines Straßenanschluß hat. Damit wäre der Einsatz eines Treckers zum pflügen möglich. Der Vorteil eines Traktors liegt u.a. darin dass er tiefer pflügen kann als dies mit Wasserbüffeln möglich ist, und dass es wesentlich schneller geht. Ein Trecker kann ca. 30 Wasserbüffel ersetzen und ist damit nicht nur wesentlich billiger sondern oftmals sind nicht genügend Wasserbüffel verfügbar was dann zu Verzögerungen und Mehrkosten führt.

Das E-Book verkauft sich ganz ordentlich und vor allem habe ich dadurch viele neue und interessante Kontakte bekommen. Die englische Übersetzung ist immer noch in Arbeit. Durch den Streß der letzten Monate bin ich noch nicht dazu gekommen weitere Kapitel zu schreiben. Die Homepage ist aktualisiert, insbesondere im Bereich Tierhaltung gibt es zahlreiche Neuigkeiten. Derzeit haben wir 16 Schweine, 20 Kühe, 8 Ziegen, 3 Wasserbüffel und diverse Puten.

Insgesamt gesehen bin ich sehr zufrieden mit dem Verlauf des Projektes. Vor allem die Art und Weise wie die Jungs mit den schweren Krisen (Dürre 2010, Taifunschaden 2011, Finanzengpaß 2012 usw.) umgegangen sind gibt Grund zu großem Optimismus.

 

Hier ein Forums-Thread zum Thema Maispflanzung:

http://www.landtreff.de/ungewohnliches-mais-experiment-wer-hat-gute-ideen-und-tips-t79299.html

Die Aussaat wird um den 18.12.2012 erfolgen. Für Anregungen bin ich immer dankbar.

Und hier noch etwas zur neuen Zitronenplantage:

http://www.landtreff.de/frage-an-die-obstbau-profis-t77370.html

 

 

 

 

 

 

 

Projekt Newsletter April 2012

Es gibt fast nur erfreuliche Dinge zu berichten. Zunächst einmal ist das eBuch fertig und es verkauft sich schon ganz gut, vor allem aber gibt es bislang durchweg positive Leserkomentare. Ich arbeite derzeit an einigen neuen Kapitel die erweiterte Fassung wird wohl ab Mitte Mai fertig sein. Leider ist es mir noch nicht gelungen einen Übersetzer zu finden der bereit ist die englische Version auf Basis einer fairen Umsatzbeteiligung (z.B. 50:50) zu erstellen. Ähnlich sieht es mit einer gedruckten Ausgabe aus, die wäre bei 500 Stück Startauflage mit mindestens 1.300 EURO Investitionen verbunden.

Das Buch ist in diversen Formaten (u.a. PDF) über meinen Online-Shop bestellbar:

http://www.buddelbini.de/ebooks/kleine-tropenfarm.html

oder im Kindle-Format über Amazon:

http://www.amazon.de/Unsere-kleine-Tropen-Farm-ebook/dp/B007O7FQFQ/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1332671375&sr=8-1

Was lange nur eine Vermutung war ist jetzt Gewissheit: Wir haben bei den Schweinen einen Fütterungsvergleich durchgeführt mit dem Ergebnis dass unsere Futtermischung ca. 10-20% mehr Gewichtszunahme bei besserer Fleischqualität gegenüber dem Konzern-Fertigfutter bringt, und das bei ca. 30% niedrigeren Kosten. Das muß nun nicht bedeuten dass unsere Mischung perfekt ist. Klar ist nur dass das kommerzielle Futter nichts taugt. Also werden wir weiter an Optimierungen arbeiten den gemäß der Genitik der Schweinerasse könnte die Gewichtszunahme noch gesteigert werden.

Seit Mitte Februar läuft eine (hoffentlich) geniale Methode zum Futtermittelanbau an: Die sog. 3 Sisters Technik. Es werden Zuckermais, Bohnen und Kürbis in einer ausgeklügelten Mischkultur gepflanzt. Die 1 A Früchte werden verkauft, der Ausschuß geht an die Schweine.  Alle 7 Tage wird ein neues Feld angepflanzt, dadurch erhoffen wir uns eine ganzjährige tägliche Ernte wodurch enorme Kosten für Haltbarmachung und Lagerung entfallen. Derzeit sind wir bei Feld Nr. 10, die erste Ernte vom Feld Nr. 1 wird Ende April erfolgen.

Wenn das hinhaut haben wir fast alle wichtigen Futterkomponenten gleichzeitig, also Energie (Mais), Proteine (Bohnen) Vitamine und Mineralien (Kürbis) auf einem Feld, es sind dann nur noch relativ geringe Zusätze an proteinhaltigen Komponenten (fermentierte Schnecken, Fischmehl, Soja) nötig. Weitere Einzelheiten und Fotos gibt es hier:

http://www.buddel.de/kft/3-sisters.html

Vor einigen Tagen haben wir das erste Vorexperiment mit Schlachtung, Weiterverarbeitung und Vertrieb vom Schweinefleisch durchgeführt. Das war sehr ermutigend, vor allem aber haben wir diverse Optimierungsmöglichkeiten herausgefunden. Klar ist bereits dass es nur mit qualitativ hochwertigen Schweinen funktioniert und dass die Erlöse mindestens 50% höher liegen als beim Verkauf lebender Tiere. Eine weitere wichtige Erkenntnis: Diese Methode klappt nur bei dezentraler Produktion der Schweine, max. 30 bis 50 Tiere pro Anlage. Nur so wird es möglich sein ohne Antibiotika und andere Medikamente zu arbeiten. Wir werden also eine große Anzahl von Subunternehmern benötigen, das bedeutet zusätzliches Einkommen für viele Familien.

Damit decken wir die Wertschöpfungskette bereits zu ca. 90% mit lokalen, von kleinen Leuten durchgeführten Methoden ab. Was noch fehlt ist eine eigene Saatgutherstellung sowie der Ersatz chemischer Pflanzenschutzmittel durch biologische Mittel. Wenn uns das gelingt haben die Produkte quasi Bio-Qualität, aber zu vergleichbaren Produktionskosten wie in der konventionellen Massenherstellung. Derzeit laufen Vorbereitungen für ein weiteres Großexperiment, nämlich der Dehybridisierung von teurem Hybrid-Saatgut. Das wird eine extrem komplizierte Angelegenheit die aber im Erfolgsfall zu enormen Kosteneinsparungen sowie zur Unabhängigkeit von Saatgutkonzernen führt.

Die Papayas hatten sich leider nicht von dem Taifunschaden erholt. Es gab nur noch geringe Erntemengen bei schlechter Qualität. Wir haben aber inzwischen über 600 neue Bäume gepflanzt und erwarten die ersten Ernten ab Oktober. Wenn es dieses Jahr keine Taifunschäden geben sollte hätten wir dann mindestens 8 Monate eine volle Ernte.

Es sieht so aus als ob wir ein weiteres Hauptproblem zumindest teilweise gelöst haben: Der unglaubliche Unkrautwuchs zwischen den Zitronenbäumen. Der hatte u.a. dazu geführt dass wir die erste Ernte nicht forcieren konnten und entsprechend niedrigere Erträge hatten. Das hat aber den positiven Effekt dass die Bäume jetzt wesentlich besser wachsen und durch die verzögerte erste Ernte später erheblich produktiver werden.

Ein Teil der Plantage wurde wie bisher gemäht, das Unkraut aber gesammelt und siliert, dann an die Schweine verfüttert. In einem weiterern Bereich haben wir tagsüber Kühe angeleint die das Unkraut fressen (ohne die Bäume zu beschädigen). Anschließend pflanzen wir dann gezielt bestimmte Gräser mit hohem Nährstoffgehalt die gleichzeitig den Boden verbessern (Stickstoffbindung) und das reguläre Unkraut unterdrücken. Sobald diese Gräser etabliert sind werden in den Bereichen ohne Papayas zusätzlich noch Kürbisse zur Bodenbeschattung gepflanzt. All dies bedeutet geringere Kosten für das Mähen und zusätzliche Einnahmen.

Insgesamt verläuft das Projekt nach Plan. Beim Start im Oktober 2008 bin ich von 5 Jahren bis zur vollen Kostendeckung bzw. Gewinnzone sowie ca. 50.000 EURO Netto-Investitionen ausgegangen. Vorausgesetzt es gibt keine größeren Rückschläge mehr ist dieses Ziel im Bereich des Möglichen.

Ich denke das wird hier noch alles extrem spannend.

NGO-Projekte, so geht`s

Es ist eine traurige Tatsache dass ein Großteil der Entwicklungshilfeprojekte kläglich scheitern. Das ist nicht nur schlecht für die Begünstigten und die NGO sowie deren Spender, sondern es werden mit jedem Fehlprojekt Gelder und Ressourcen verschwendet, die anderenorts fehlen.

In den meisten Fällen liegt das Problem bereits in der Projekt-Konzeption: Man möchte möglichst vielen extrem armen Menschen helfen und es allen Recht machen. Es wird z.B. eine Einkommenssteigerung für alle Dorfbewohner von 1 auf 2 Dollar pro Tag angestrebt. Gleichzeitig sollen die Begünstigten Gemeinsinn (im westlichen Sinne) entwickeln, es werden also Kooperativen u.ä. mit riesigem Verwaltungsaufwand gegründet. Hinzu kommt dass häufig der Kapital- und Zeitaufwand völlig unterschätzt wird und es kein tragfähiges Konzept für Vermarktung, Infrastruktur usw. gibt.

Da es nicht wirklich weiterhilft Mißstände zu beklagen möchte ich einige Gedanken zu Papier bringen, die auf meiner langjährigen Erfahrung auf den Philippinen und dem Kontakt zu ähnlichen Projekten in anderen Ländern beruhen:

1. Das Projektziel muß darin bestehen, aus hart arbeitenden armen Leuten hart arbeitende reiche Menschen zu machen, die nach Abschluß der Aufbauphase über eine derart hohe Kaufkraft und technischem Wissen verfügen, dass sie ohne Hilfe von außen dauerhaft das Konzept fortführen können.

2. In jeder Dorfgemeinschaft gibt es fleißige, aber auch faule Leute. Da gegen Faulheit und Dummheit keine Pillen wirken muß man sich auf die Fleißigen konzentrieren. Die dabei entstehende Neidsituation muß man hinnehmen, denn egal was man macht, es gibt immer Leute die sich übergangen fühlen. Wicht ist allerdings, dass es durch das Projekt niemanden gibt der hinterher schlechter lebt als vorher. D.h. bei manchen verbessert sich die Situation drastisch, bei anderen bleibt es wie es vorher war.

3.  Man muß einen Ort aussuchen, wo die Begünstigten, die örtlichen Politiker, Geschäftsleute etc. das Projekt auch wirklich wollen und brauchen. Die Menschen müssen das Gefühl haben, dass es ihr eigenes Projekt ist. Deshalb sollte die NGO jede Entscheidung im Vorfeld mit den Leuten vor Ort absprechen.

4. Schulungen, lokales Projektmanagement usw. sollten ausschließlich von einheimischen Fachleuten durchgeführt werden. Die ausländischen Experten der NGO sollten sich darauf beschränken, die örtlichen Führungskräfte zu beraten und interne Kontrollen durchzuführen.

5. Den Projektleitern vor Ort muß die Möglichkeit gegeben werden, Entscheidungen schnell und unbürokratisch zu treffen, wenn die Lage es erfordert. Wenn z.B. die ursprüngliche Planung darin bestand, kleinen Reisbauern zu helfen und sich dann plötzlich herausstellt das mit der Förderung von Mais- oder Gemüsefarmern viel bessere Ergebnisse zu erwarten sind, muß man flexibel darauf reagieren können.

6. Während der Planungsphase sollte man im Land nach bestehenden, erfolgreichen Projekten Ausschau halten und diese genau analysieren. Das hilft, teure Anfangsfehler zu vermeiden.

7. Eine der größten Schwierigkeiten für westliche Projektplaner besteht darin, sich in die Denkweise der Begünstigten hineinzuversetzen. Wer seit Generationen in elementarer Armut lebt, keine Ersparnisse hat und über keine ausreichende Bildung verfügt, setzt in seinem Leben andere Prioritäten. Nämlich den heutigen Tag zu überleben. Deshalb kann man von diesen Menschen nicht erwarten, dass sie den Sinn langfristiger Projekte auf Anhieb verstehen.

8. Es kommt also entscheidend darauf an, dass die Leute vom ersten Tag an direkt vom Projekt profitieren. z.B. könnte die NGO der örtlichen Dorfschule Unterrichtsmaterial spendieren und den lokalen Mitarbeitern bei den Vorbereitungsarbeiten höhere Löhne zahlen. Nur so läßt sich ein positives Umfeld aufbauen.

9. Die Begünstigten werden nur dann mit Begeisterung mitmachen, wenn sie wissen dass sie vom ersten Tag an mehr verdienen als vorher und dass sie künftige Mehreinnahmen für sich behalten können. Von bettelarmen Leuten kann man keine finanzielle Solidarität im westlichen Sinne erwarten. Ich möchte das an einem Beispiel erläutern: Der Kleinbauer hat vorher vieleicht 500 Dollar im Jahr verdient. Nun bekommt er durch das Projekt Saatgut, Dünger, Schulungen usw. im Wert von 2.000 Dollar und erzielt damit einen Erlös von 5.000 Dollar. Er wird ohne zu murren nach der Ernte die 2.000 Dollar zurückzahlen, aber wenn er zusätzlich von seinem Mehrerlös 500 Dollar für Infrastrukturmaßnahmen bezahlen soll, dann wird es ernsthafte Probleme geben. Obwohl er dann sein Einkommen immer noch von 500 auf 2.000 Dollar vervierfacht hätte wird er nicht ohne weiteres einsehen, warum er z.B. einen Brunnen mitfinanzieren soll, von dem auch die faulen Leute im Ort profitieren. Er hat nämlich einen gewaltigen finanziellen Nachholbedarf, u.a. Rückzahlungen von Altschulden, ärztliche Behandlungskosten, bessere Schulen für die Kinder usw.

10. Viele Projekte scheitern, weil das Budget früher als geplant aufgebraucht ist oder der ursprünglich Zeitrahmen nicht ausreicht. Daher ist es besser, das Projekt im kleinerem Umfang zu beginnen und dafür ausreichende Geld- und Zeitreserven zu haben. Gerade in der Dritten Welt kommt es oft zu unvorhersehbaren Komplikationen, z.B. ungünstiges Wetter, Schädlingsplagen, politische Instabilität usw.

11. Viele NGOs sind bei der Projektplanung an Vorgaben ihrer Satzung oder Sponsoren gebunden. Wenn z.B. ein Projekt zur Einkommensverbesserung nur Mittel zu dem Zweck ist, die Begünstigten zu missionieren oder deren Kinder zu helfen, dann wird oftmals ein unkalkulierbares Minenfeld betreten. Für dieses Problem sehe ich keine wirkliche Lösung, denn Spenden gibt es nur wenn die NGO mit Bildern von Kindern mit traurigen Augen wirbt oder religiöse Interessen im Spiel sind.

12. Oftmals ist der Verwaltungsaufwand viel zu hoch. Viele Kosten ließen sich vermeiden. Z.B. muß sich die NGO nicht im Zielland akkedetieren lassen, wenn sie von aussen ein bestehendes Projekt einer anderen im Land bereits etablierten NGO oder Privatprojekte fördert. Das spart nicht nur viel Geld für den Bürokratieaufwand, sondern beschleunigt das Vorhaben und reduziert das Risiko eines Fehlschlages.

Es gibt sicherlich noch viele andere Aspekte. Ich hoffe aber, das diese Auflistung hilft, künftige Projekt-Fehlschläge zu vermeiden.

Unser Farmprojekt

Als ich im Januar 1980 das erste mal auf die Philippinen kam, ging es nur um den Aufbau der Buddelschiff-Produktion. Bei meinem ersten Besuch in Tigaon bekam ich erstmals kleine Einblicke in die Landwirtschaft. Obwohl ich damals keinerlei Ahnung von Ackerbau und Viehzucht hatte, war mir sofort klar das hier ein mögliches Betätigungsfeld für meinen (vor-) Ruhestand liegt.

Ich begann, mich mit dem Thema zu beschäftigen und führte ständig kleinere Experimente durch. Schnell wurde klar das es zwar ein riesiges Potenzial gibt, die 3-6 Wochen-Aufenthalte aber viel zu kurz sind um einen Versuch von A-Z zu begleiten. Hinzu kam der chronische Geldmangel zwischen 1991 und 2002.

Erst Anfang 2008 konnte ich damit beginnen den langgehegten Traum zu verwirklichen. Meine Töchter Melanie und Jennifer führten seitdem das Geschäft in Hamburg und Dank Internet und einer gewissen finanziellen Sicherheit konnte ich es mir leisten, den größten Teil des Jahres auf den Philippinen zu verbringen.

Das war der Startschuß um die Sache professionell anzugehen. Das Ziel bestand darin, ein unserer Familie gehörendes 15 Hektar Grundstück von einem brachliegenden, verwilderten Unkrautdschungel in eine Art grünes Paradies zu verwandeln. Es sollten unter Dritte Welt Echtbedingungen neue Methoden erprobt werden, die im Erfolgsfall von interessierten Kleinbauern in der Umgebung mit “Bordmitteln” nachgeahmt werden können. Neben höheren Ernteerträgen geht es auch um Kostensenkungen für Kunstdünger, Pflanzenschutz und Arbeitsaufwand sowie um höhere Preise durch Direktmarketing, Lagerung und Weiterverarbeitung.

Von Anfang an hatte ich ein klares Konzept sowie Zeit- und Finanzierungspläne. Demnach war eine vollständige Kostendeckung, also die Finanzierung des laufenden Betriebes sowie der Experimente, Baumpflanzungen und Infrastrukturmaßnahmen (Einzäunung, Wasser- und Stromversorgung, Feldwege, Gebäude, Geräte und Maschinen usw.) bis Anfang 2013 vorgesehen. Nicht zuletzt Dank der enthusiastischen Mithilfe meiner Schwager Erwin (Landwirt) und Elmer (Ingenieur) sowie der inzwischen 18 festangestellten Mitarbeiter wurde dieses Ziel bereits im März 2011 erreicht!

Hier der Stand der Dinge:

Zur Projekt-Homepage

 

Jochen’s Philippinen Story Teil 6 – 1988

Als die Produktion wieder aufgenommen werden konnte führten wir vom ersten Tag an das Heimarbeits-System ein. Alle Mitarbeiter, die nicht am Streik beteiligt waren, wurden so zu Subunternehmern. Wir hatten die Stückpreise ziemlich großzügig kalkuliert. Das führte in den meisten Fällen zu einem drastischen Anstieg der Einkommen, zumal einige der Subunternehmer wiederum eigenes Personal einstellten, teilweise sogar Streiker. Aber das war nicht mehr unser Problem. Wir boten den Subunternehmern an, sie SSS zu versichern, wenn sie die Hälfte der Beiträge zahlen. Darauf ist allerdings kaum einer eingegangen.

Auf diese Weise sanken die Produktionskosten dramatisch, weit stärker als gedacht. Wahrscheinlich wurde vor dem Streik höchstens eine Stunde pro Tag effektiv gearbeitet. Trotzdem hatten wir keine Chance gegen die Chinesen. Die haben dank staatlicher Subventionen zu Preisen exportiert für die wir nicht einmal die Materialkosten decken konnten. Wir hatten also ein echtes Problem.

Wer nun denkt, schlimmer kann es nicht kommen, täuscht sich gewaltig. Etwa 6 Monate nach Wiederaufnahme der Produktion erschien in der TAZ ein halbseitiger Bericht über unser Geschäft in Hamburg und die Vorgänge auf den Philippinen. Selbstverständlich verzichteten die TAZ-Journalisten auf Rückfragen bei mir. Einzige Informationsquelle war die KMU und deren kommunistische Freunde in Europa. In dem Artikel wurde ich sozusagen als der schlimmste Dritte Welt Ausbeuter aller Zeiten hingestellt, wörtlich “An seinen Buddelschiffen klebt Blut”. Meine Hilfsaktivitäten, die ich ja größtenteils aus eigener Tasche finanzierte, wurden als Vertuschungsmanöver meiner kriminellen Geschä#ftsmethoden hingestellt.

Das rief dann einige Tage später eine ca. 30-köpfige Gruppe zumeist junger Leute auf den Plan, die vor dem Laden in Hamburg eine (natürlich unangemeldete) Demonstration abhielten, stundenlang Kunden am betreten hinderten und die Briefkästen des gesamten Stadtteils mit “Informationsmaterial” über den bösartigen kleine Leute Ausbeuter Jochen Binikowski füllten. Selbstverständlich waren Name (Freunde des philippinischen Volkes e.V.) und Adresse (Szene-Kneipe auf St. Pauli) des Verantwortlichen im Sinne des Presserechts Fantasie-Fakes. Na ja, Gutmenschen sind ja per se im Recht und brauchen sich daher auch nicht an Gesetze zu halten.

Diese ganze Aktion führte zu einer weiteren Verschärfung unserer finanziellen Lage. Ich beauftragte nämlich einen Anwalt wegen Gegendarstellung und die wenigen Spender die ich für das Gesundheitsprojekt hatte waren aus der Nachbarschaft und stellten wegen dieser unglaublichen Rufmordkampagne ihre Zahlungen ein, und zwar bis heute. Der Anwalt kostete mich über 1.000 DM. Es kam dann aber zu einem Interview mit der TAZ in der ich die Dinge richtigstellen konnte und das wurde auch als halbseitiger Artikel veröffentlicht. Eine finanzielle Entschädigung bekam ich von diesen berliner Qualitätsjournalisten aber nicht. Auch hielt es keiner der Demonstranten für nötig sich bei mir nach Bekanntwerden der Fakten zu entschuldigen. Die haben einfach wie stinkende Kanalratten den Schwanz eingezogen und sind dorthin abgetaucht wo sie herkamen und auch hingehören, also in die Gosse.

An dieser Stelle möchte ich die philippinische Presse loben. Ich hatte von Anbeginn des Streiks versucht, Journalisten zu informieren. Es gab daraufhin zahlreiche gut recherchierte Presseartikel. Ohne diese Öffentlichkeitsarbeit wäre die Sache vermutlich völlig aus dem Ruder gelaufen, sprich Tote und Verletzte.

So, nun fragt ihr euch vermutlich, wie denn meine Frau und die philippinische Family mit dieser Krisensituation umgegangen sind. Dazu muß ich etwas weit ausholen: 1975 bin ich nach meiner Zeit beim Bund für 5 Monate mit dem Motorrad nach Indien und zurück gefahren. Auf dieser Reise bin ich (vor allem in Afghanistan und Kurdistan) einige male in lebensgefährliche Situationen geraten. Merkwürdigerweise gab es niemals Angst oder Panik, sondern stets war instinktiv der Kopf frei für pragmatische Lösungsmöglichkeiten. Über diese Sache hatte ich lange vor dem Streik oft mit meiner Frau und der Familie diskutiert.

Deshalb haben alle, inklusive mein Schwiegervater, zu mir gesagt: Du hast im Gegensatz zu uns Erfahrung mit kritischen Situationen, nun mach mal und wir folgen dir zu 100%. Das Schiksal der Familie und möglicherweise auch des Barangays lag also wochenlang alleine in meinen Händen. Alles was ich sagte wurde auch ohne Diskussion gemacht. Selbstverständlich habe ich mich vor wichtigen Entscheidungen mit meiner Frau und der Family abgestimmt. Es lief aber fast immer auf ein Abnicken hinaus. Die haben alle bewiesen das sie Nerven wie Drahtseile haben. Ohne diese Erfahrung hätte ich vermutlich mein Engagement auf den Philippinen sofort beendet.

Fortsetzung folgt…

Micro-Kredite

Ziel jedes Entwicklungshilfe-Projekts muß es sein, den Menschen die Startvoraussetzungen zu geben, um mit eigener Arbeit dauerhaft deutlich höhere Einkommen erzielen zu können. Damit haben die Leute dann genug Geld für vernünftige Ernährung, Ausbildung der Kinder, medizinische Versorgung usw. Auch erhöhen sich dadurch die Steuereinnahmen der lokalen Regierungen, es steht Geld für Investitionen in Infrastruktur usw. zur Verfügung.

Wenn in einer Gegend die Leute 1 $ zum nackten Überleben benötigen bringen neue 1 $ Jobs die lokale Wirtschaft nicht weiter. Es helfen nur Jobs die deutlich mehr einbringen. Das erreicht man am besten mit der gezielten Förderung von Kleinstuunternehmern und Kleinbauern. Deshalb ist das Konzept von Yunus / Grameen Bank und anderer Microfinance Organisationen per se eine bessere Sache als das Abhalten von internationalen Hungerkonferenzen in Luxusrestaurants.

Niemand hat behauptet dass die nachhaltige Bekämpfung elementarer Armut eine einfache Angelegenheit ist, bei der es keinerlei Fehlentwicklungen gibt. Wo gehobelt wird da fallen Späne. Es kommt entscheident darauf an, wie diese Kredite vergeben und eingesetzt werden. Alles steht und fällt mit der Rückzahlungsrate. Man hört immer wieder von gescheiterten Microcredit Programmen, bis hin zur gesellschaftlichen Ächtung oder gar Selbstmorden der Kreditnehmer. Es sind fast immer die gleichen Kardinalfehler im Konzept, die zur Katastrophe führen. Hier die m.M. nach wichtigsten:

1. Das zu finanzierende Geschäftsmodell ist nicht tragfähig, weil es den Kreditnehmern an Sachkenntnis fehlt, es keinen ausreichenden Absatz für die Produkte gibt, die Preise zu niedrig und/oder die Herstellungskosten zu hoch sind. Hinzu kommen unvorhersehbare Verluste durch Naturkatastrophen, Bürgerkriege usw.

2. Die Zinsen und Tilgungsraten sind zu hoch und können daher nicht erwirtschaftet werden.

3. Der Kredit wird nicht zweckgemäß eingesetzt, also z.B. wird statt eine Nähmaschine zu kaufen das Geld aus dem Kredit zur Abtragung alter Schulden, medizinische Notfälle und anderer dringender finanzieller Verpflichtungen eingesetzt oder gar verzockt.

4. Durch die Gruppenhaftung wird oftmals ein zu hoher Druck auf die einzelnen Kreditnehmer aufgebaut. Sobald es zu ersten kleineren Schwierigkeiten im neuen Geschäft kommt, bricht Panik und irrationales Verhalten aus, um den drohenden Gesichtsverlust zu vermeiden.

Fast alle gescheiterten Microfinance-Projekte beruhen auf reinen Bankprinzipien. Also große Summe ausleihen und viele kleine Raten einnehmen und dabei einen finanziellen Überschuß zu erwirtschaften. Das liegt ganz einfach an der Refinanzierung durch Spenden oder Finanzinvestoren. Hier mal ein m.M. nach ganz übles Beispiel:

Hunderte Millionen Profit mit Mikrokrediten

Das hört sich zunächst toll an, unterschlägt aber die Tatsache dass die Profite der Investoren durch die armen Leute mit harter Arbeit erwirtschaftet werden müssen. Je höher die Profite desto höher die Zinsen. Ein weiteres Problem sind die hohen Verwaltungskosten. Auch die müssen von den kleinen Kreditnehmern erst erarbeitet werden.

Der Fehler liegt also im System selber. Da Jammern und Klagen bekanntlich nicht wewiterhelfen versuche ich jetzt einmal, eine echte Alternative aufzuzeigen. Das ist keine Theorie sondern bereits von uns erfolgreich erprobt. Oberstes Gebot ist dass die Kreditnehmer freiwillig mitmachen und keine Almosenmentalität aufkommt. Die Leute sind zwar arm, haben aber auch ihren Stolz und wollen ihr Leben selber meistern.

1. Kreditnehmer müssen fachlich für die geschäftliche Unternehmung geeignet sein. Dies wird u.a. durch intensive Schulungen erreicht. Geschlecht und Alter spielen dabei keine Rolle.

2. Das Projekt muß wirtschaftlich tragfähig sein. Dazu sind verkaufsfähige Produkte, geringere Herstellungskosten, lukrativere Vermarktungsmöglichkeiten erforderlich. Auch hier wird praktische Hilfe und Beratung seitens des Kreditgebers geleistet.

3. Soweit wie möglich wird der Kredit in Form von Sachleistungen ausgezahlt. Statt Bargeld also Nähmaschine, Material und Ausbildung. Damit vermeidet man weitestgehend die Zweckentfremdung des Kredites. Man muß sich dabei immer vor Augen halten dass die Kreditnehmer ihre möglichen finanziellen Notlagen auch ohne das Kreditprogramm hätten.

4. Die Höhe der Zinsen und Tilgungsraten sowie der Zeitpunkt der Rückzahlungen richten sich nach dem realistischen Potenzial des individuellem Geschäfts. Der Kreditnehmer zahlt also nur dann wenn entsprechende Einnahmen generiert wurden.

5. Es gibt eine kostenlose Kreditausfallversicherung für den Fall unverschuldeter geschäftlicher Notlagen, also z.B. bei Naturkatastrophen und anderen Schäden durch höhere Gewalt.

6. Gruppenhaftung gibt es nur wenn ein Kreditnehmer grob fahrlässig oder gar mutwillig sein eigenes Geschäft ruiniert, sprich sein Kapital verzockt oder versäuft.

All dies ist mit einem rein finanziellen Kreditprogramm grundsätzlich nicht möglich. So ein Konzept funktioniert nur, wenn vor Ort kompetente, vorzugsweise einheimische, Fachleute zur Verfügung stehen. Das ist zumindest am Anfang mit einem ziemlichen Aufwand verbunden, aber es bietet zusätzliche Möglichkeiten die reine Finanzdienstleister nicht haben. Deren Einnahmen bestehen naturgemäß nur aus den Rückzahlungen und frischen Kapital von Spendern oder Investoren.

Bei meinem Konzept gibt es hingegen zahlreiche andere Möglichkeiten zur Refinanzierung, u.a.:

1. Wenn der Kreditgeber Sachleistungen wie Nähmaschinen, Saatgut, Dünger usw. im großen Stil selber einkauft gibt es Mengenrabatte. Der Kreditnehmer wird hingegen mit dem ortsüblichen Preis belastet.

2. Bei der Vermarktung kann der Kreditgeber geeignete Hilfestellung leisten und damit höhere Preise erzielen. Diese zusätzlichen Einnahmen können mit den Kreditnehmern geteilt werden. Also eine echte win-win Situation.

3. Durch eine geschickte Vernetzung der verschiedenen Geschäftsfelder der einzelnen Kreditnehmer bieten sich oftmals zusätzliche Einnahmemöglichkeiten. Z.B. wenn der Kreditgeber dafür sorgt, dass der Farmer seine Erntereste nicht verbrennt oder verrotten läßt und stattdessen damit einen Weiterverarbeitungsbetrieb beliefert. Beispielsweise sind die Fasern von Maiskolben oder Kokosnüssen gutes Füllmaterial von Sitzkissen oder Grundstoff für Saaterde, aus leeren Maiskolben kann man Holzkohle herstellen usw.

Durch derartige Nebengeschäfte kann ein Teil der Verwaltungskosten gedeckt, im Idealfall sogar zinslose Kredite und Überschüsse erwirtschaftet werden. Dann wird das Gesamtprojekt ein Selbstgänger.

Dieses Konzept ist wie gesagt bereits erprobt. Klar ist aber auch, dass es nicht überall funktioniert. Es steht und fällt mit der Auswahl eines geeigneten Standortes. In von Bürgerkriegen und extrem korrupten Politikern gebeutelten Gegenden oder dort wo die Leute auf Befehl greiser “Chiefs” lieber weiter wie im Mittelalter leben wollen sind die Erfolgsaussichten eher gering. Das trifft aber auch auf die rein finanzbasierten Mikrokreditprogramme zu.

Den allerärmsten der Armen helfen zu wollen, die aber die Hilfe nur unter Zwang annehmen, ist sicherlich ein heheres Anliegen, führt aber mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Investitionsruinen. Damit werden letztendlich nur Ressurcen vergeudet, die dann an anderer Stellen fehlen.

Hier der Link zu unserem Pilotprojekt

Dort wird das Konzept detailliert in Wort und Bild beschrieben. Bitte auch die FAQ-Seite beachten.

Jochen’s Philippinen Story Teil 5 – 1986/88

In der Folgezeit gab es keine Messe mehr in der nicht mein Name in höchsten Tönen gepriesen wurde. Der Pfarrer stellte mich den reichen Familien im Ort vor, Höhepunkt war dann eine Einladung zum Mittagessen mit dem leibhaftigen Erzbischof. Ich fühlte mich unheimlich geschmeichelt und es entwickelte sich eine Art Helfersyndrom. Ich war der festen Überzeugung dass der Pfarrer absolut seriös und der geeignete Mann für weitere Hilfsprojekte ist.

Ich investierte viel Zeit und Geld um in Hamburg einen gemeinnützigen Verein zu gründen. Ziel war es, in Tigaon ein Krankenhaus für mittellose Patienten zu bauen. Das Projekt lief zunächst auch gut an, so wurde z.B. im Pfarrhaus eine kleine Entbindungsklinik eingerichtet und mehrere Free Clinics durchgeführt. Berauscht vom Erfolg beging ich dann einen schwerwiegenden Fehler.

Den Mitarbeitern unserer Firma bot ich an, einen Werksarzt einzustellen der auch deren Kinder kostenlos behandelt. Als Gegenleistung sollten die Arbeiter pro Woche eine unbezahlte Überstunde leisten. In 2 Wochen sollte darüber in gehheimer Abstimmung entschieden werden. Es begann ein erbitterter Wahlkampf der die Mitarbeiter, aber auch völlig unbeteiligte Nachbarn, in zwei unversöhnliche Lager spaltete und sogar zu Handgreiflichkeiten führte. Die Abstimmung ergab dann 85% Nein-Stimmen und ich war völlig enttäuscht und frustriert.

Einige Tage später kam mir dann zu Ohren, dass der Pfarrer mein Engagement mißbraucht hat. Ich hatte ihm die Reparatur eines alten VW-Käfers finanziert, der sollte für kostenlose Krankentransporte eingesetzt werden. Dies ist auch geschehen, allerdings nur für reiche Leute. Den Armen wurde jeden Anfrage mit fadenscheinigen Argumenten (Auto kaputt, kein Sprit…) abgeschmettert. Ähnliches passierte auch bei der Ausgabe kostenloser Medikamente. Die Leute dachten natürlich, dass der böse Jochen aus Germany dies veranlasst hat.

Daraufhin besuchte ich zusammen mit meinem Schwager Elmer unangemeldet meinen vermeintlich neuen Freund, den Erzbischof. Diese Besprechung werde ich nie vergessen. Wissen Sie überhaupt mit wem Sie hier sprechen, herrschte er mich an. Die katholische Kirche steht bedingungslos zu ihrer Priestern und hat die besten Anwälte. Seine Augen glichen dabei die eines toten Fischs. Daraufhin beendete ich die Diskussion und wir verließen das heilige Büro. Beim Weg zum Ausgang öffneten wir einige Türen. Auf diese Weise entdeckten wir einen Lagerraum mit gespendeten Hilfsgütern vom letzten Taifun. Auf den Kartons befanden sich Lieferscheine. Empfänger waren große Supermärkte in Naga und Legaspi! Wir ärgerten uns schwarz darüber das wir keine Kamera dabei hatten.

Wiki-Artikel über den obersten Seelsorger der Bicolanos

Einige Tage später eskalierte die Lage in Tigaon. Die kommunistische Gewerkschaft KMU hatte Wind von der Sache bekommen und “Berater” nacht Tigaon geschickt. Wir standen plötzlich Forderungen nach Lohnnachzahlungen und Abfindungen in Höhe mehrerer Millionen Dollar gegenüber. Die meisten der Arbeiter waren felsenfest davon überzeugt, in wenigen Tagen Millionäre zu sein und stellten die Arbeit ein. Schließlich haben die KMU Leute das ja gesagt und muß daher stimmen.

Als dann nach einigen Wochen immer noch keine Millionen flossen und gleichzeitig keine Löhne für Abwesenheit gezahlt wurden, blockierten die Streiker das Firmengelände und warfen Steine und Brandbomben auf das Gelände. Die Polizei stand nicht nur tatenlos daneben sondern solidarisierte sich mit den Streikenden. Vermutlich wurden den Gesetzeshütern Prozente am zu erwartenden Millionenregen versprochen.

Zu diesem Zeitpunkt war ich mit meiner Frau und Elmer in Naga, unsere beiden Töchter (deutsche Staatsangehörigkeit) befanden sich sozusagen als Geiseln auf dem abgeriegelten Grundstück. Daraufhin informierte ich auf Anraten unseres Anwalts die deutsche Botschaft in Manila. Am nächsten Tag erschienen dann einige Army-Offiziere vor unserem Grundstück und erklärten den Streikern, dass es sich nicht nur um einen illegalen Ausstand handelt (Streiks in Exportbetrieben mußten damals vom Wirtschaftsministerium genehmigt werden), sondern auch schwere Straftaten wie versuchte Brandstiftung, Geiselnahme, Erpressung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. All dies könnte sich im Falle eines Strafverfahrens zu lebenslanger Haft summieren. Da die KMU Leute dieses Argument nicht entkräften konnten wurde die Blockade dann aufgelöst.

Als wir dann einige Wochen später wieder in Deutschland waren ereilte uns die Nachricht, dass es eine neue Blokade gibt. Daraufhin stellten wir erstmals Strafanzeige, insgesamt gegen 183 Personen. Kurz darauf erschien der Polizeichef und bot, mit unserem Einverständnis, an, dass die Strafanzeigen zurückgezogen werden wenn die Streiker die Blokade beenden und auf ihre ohnehin nur fiktiven Geldansprüche verzichten. Das wurde Aufgrund der Einmischung der KMU kategorisch abgeleht. Einige Stunden später waren diese 183 Leute dann in U-Haft.

Mangels Gefängnis-Kapazität wurden sie im Sitzungssaal des Rathauses untergebracht, und zwar aufgrund unserer Empfehlung mit offenen Türen und ohne Bewachung. Trotzdem ist niemand geflüchtet, weil die KMU gesagt hat dass sie dann ihre “Ansprüche” verlieren würden. Es war eine völlig unhaltbare Situation, nicht nur wegen der Hygiene. Denn die Gemeinderegierung mußte gemäß Gesetz für die Verpflegungskosten aufkommen. Nach einigen Wochen leerte sich dann der “Knast”, nur 8 Hardliner blieben zurück. Diese wurden dann einige Tage später in das Provinzgefängnis zu den richtig schweren Jungs überstellt. Einige Monate später wurden sie dann ohne Gerichtsverhandlung entlassen, nachdem sie die entsprechenden Verzichtserklärungen unterschrieben hatten.

Damit war der Streik endgültig beendet. ca. 150 der 220 Mitarbeiter verloren ihren gutbezahlten Job, wir waren fast 6 Monate ohne Produktion und verloren dadurch dauerhaft viele große Kunden. Gleichzeitig kamen die ersten unserer in China abgekupferten Buddelschiffe zu Dumpingpreisen auf dem Markt. Es folgte ein geschäftlicher Abstieg, der ca. 12 Jahre andauerte.

Fortsetzung folgt…

Deutscher Autokonzern ruiniert systematisch kleine Familienbetriebe

Im Namen des heiligen Shareholder-Values geht ein großer deutscher Autokonzern buchstäblich über Leichen. Um ein Haar wäre ich mitsamt meiner Familie durch deren grenzenlose Geldgier ruiniert worden. Leider kann ich an dieser Stelle keine Klarnamen nennen weil mich sonst deren Aasgeier-Anwälte derart verklagen würden dass ich mitsamt meiner Familie unter den Elbbrücken hausen müsste, nachdem ich aus dem Knast entlassen wurde.

Deshalb nennen wir den Konzern mal SA (Schrott Autos), die Anwalts-Großkanzlei GoG (Gier ohne Grenzen), den Leiter der SA Rechtsabteilung Dr. Raffzahn, die bei GoG angestellten Anwälte Dr. Kanalratte und Dr. Kakerlake. Rechtlicher Absicherungshinweis: Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind nicht beabsichtigt sondern zufällig.

Mein Schreiben von vor einigen Wochen an die GoG Zentrale in München schildert, was passiert ist:

Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte erlauben Sie mir eine Sache zu schildern, die für die GoG von erheblicher Bedeutung sein kann. Möglicherweise ist das SA Mandat der GoG gefährdet.

Ich betreibe seit 1976 ein kleines Versandgeschäft für Geschenk- und Dekoartikel. Anfang 2008 erhielten wir von der GoG Frankfurt, RA Kanalratte, eine Abmahnung wegen angeblich nicht lizensierter Blechschilder. Ich sollte eine Unterlassungserklärung für insgesamt ca. 30 SA-Schildermotive unterschreiben und horrende Anwalts- und Schadenersatzrechnungen zahlen.

Nun war aber, wenn überhaupt, nur ein einziges Schild fragwürdig, und das auch ohne mein Wissen. Ich bin nicht Hersteller, sondern nur Einzelhändler und muß mich auf die Zusicherungen der Hersteller verlassen. Daraufhin schickte ich Herrn Kanalratte eine Email wonach ich das fragliche Schild sofort aus dem Programm genommen habe und der Bitte, die Sache damit für erledigt zu betrachten. Eine weitere Frage war natürlich, warum SA mir nicht einfach eine entsprechende Mail geschickt hat? Und zwar die Lizenz- und nicht die Rechtsabteilung. Dann wäre die Sache innerhalb weniger Minuten geklärt und der Schutz der Marke Sa voll gewährleistet. Auch blieb die Frage unbeantwortet, warum neben mir noch einige andere kleine Händler abgemahnt wurden, nicht aber die Hersteller der Schilder?

Was dann folgte war ein Alptraum in übelster Kafka-Manier. RA Kanalratte und sein Partner RA Kakerlake bombardierten mich mit immer neuen Gerichtsverfahren und ließen nichts unversucht, u.a. durch utopische Streitwerte und völlig haltlosen weiteren Vorwürfen meine Kosten in astronomische Höhen zu treiben. Daraufhin setzte ich mich mit Herrn Dr. Raffzahn von der Sa-Rechtsabteilung direkt in Verbindung. Aber der meinte nur dass alles seine Richtigkeit hat!

Dann nahm ich mir einen Anwalt und es kam zu diversen Hauptverfahren, die ich allesamt gewonnen habe. Trotzdem bin ich am Ende auf einem gewaltigen finanziellen Schaden sitzen geblieben. Inkl. der indirekten Folgen schätze ich meinen Schaden auf 30.000 EURO. Es war nur einigen glücklichen Zufällen geschuldet dass mein kleiner Familienbetrieb durch diesen finanziellen Vernichtungsfeldzug von Kanalratte, Kakerlake und Raffzahn nicht in Konkurs gegangen ist. Wie gesagt alles wegen eines einzigen Blechschildes, mit dem ich nicht mal 100 EURO Umsatz gemacht hatte weil es ein Ladenhüter war.

Vor einigen Wochen ist das letzte Gerichtsurteil rechtskräftig geworden. Meine Vermutung war von Anfang an, dass es in Wirklichkeit überhaupt nicht um den SA-Markenschutz ging, sondern es sich um eine mehr oder weniger private Geldbeschaffungsaktion der 3 genannten Herrschaften handelte. Natürlich kann ich das nicht hieb- und stichfest juristisch beweisen, aber das ist möglicherweise auch nicht nötig. Fest steht: Wenn meine Vermutung stimmt kann das nicht nur finanzielle sondern auch strafrechtliche Konsequenzen haben. Vom möglichen Imageschaden für die SA-AG und evtl. GoG einmal ganz abgesehen.

Die eigentliche Frage lautet nämlich: Ist das alles mit Wissen und Billigung der Geschäftleitungen von SA und GoG geschehen?

Ich bin nämlich keinesfalls bereit, auf dem Schaden sitzenzubleiben. Deshalb habe ich zunächst Herrn Raffzahn gemailt und ihm angeboten, gegen Zahlung des entstandenen Schadens die Sache zu vergessen. Wie erwartet kam natürlich keine Reaktion. Dann habe ich Herrn Kanalratte das gleiche Angebot unterbreitet, ebenfalls ohne Antwort. Wie Sie sich vieleicht mit etwas Fantasie vorstellen können habe ich noch mehrere Ansprech-Adressen. Aber immer der Reihe nach. Denn im Gegensatz zu Ihren Anwälten Kanalratte und Kakerlake bin ich an einer Schadensbegrenzung interessiert.

Ich möchte Sie bitten diese Sache zu überprüfen. Die gesamte Korrespondenz war auf den Briefbogen der GoG geführt, es handelt sich damit keinesfalls um eine Privatsache von Kanalratte und Kakerlake. Für den Eingang Ihrer Stellungnahme (Bitte auch per Email da ich mich derzeit in unserem Betrieb auf den Philippinen befinde) habe ich den 9.11.2010 vorgemerkt. Sollte ich bis dahin nichts von Ihnen hören gehe ich davon aus, dass Sie als GoG-Geschäftleitung das Vorgehen von Kanalratte und Kakerlake gutheißen.

Mit freundlichen Gruessen,

Jochen Binikowski

Darauf haben diese seltsamen Winkeladvokaten natürlich nicht geantwortet. Deshalb bin ich gerade dabei den nächsten Pfeil aus dem Köcher zu ziehen. Ich werde an dieser Stellen über den Fortgang berichten.

Na ja, immerhin hatte SA ja auch schon durch diese verlorenen Prozesse richtig Geld verloren. Gewonnen haben bislang nur die Aasgeier-Anwälte. Dazu zählt leider auch meine eigene Anwältin, die bis zu ihrem Rausschmiß zwar alle Prozesse gewonnen hatte, aber die mir zustehenden Rückzahlungen von SA und GoG komplett mit ihren eigenen Fantasie-Rechnungen gegengebucht hat. Mich würde nicht wundern wenn die mit Kanalratte & Co. unter einer Decke gesteckt hat.

Hinzu kommt, dass ich sofort nach der ersten Abmahnung auch alle ordnungsgemäß lizensierten SA-Schilder aus dem Programm genommen habe. Dadurch entsteht diesen oberschlauen SA-Abzockern ein weiterer Schaden durch entgangene Lizenzgebühren. Aber es wird für diese Giernacken noch viel schlimmer kommen.

Mein derzeitiges Angebot an Nostagie – Autoschildern

Kontakt / Impressum

Bis 1.6.2011 bin ich in Tigaon zu erreichen:

Jochen Binikowski

C/O Tigaon Handicraft

Vinagre St.

4420 Tigaon, Camarines Sur

Philippines

Tel. Philippines: 0063-919 855 42 75

Auf den Philippinen bin ich per Skype oder Telefon am besten zwischen 16 und 21 Uhr deutscher Zeit zu erreichen.

Vom 2.6.2011 bis 6.8.2011 in Hamburg

Jochen Binikowski

Inh. Buddel-Bini Versand (seit 1976)

Lokstedter Weg 68

20251 Hamburg

Tel. 040-480 28 50 / Fax 040-474 003

buddelbini@yahoo.de

Skype: jochen.binikowski